Wenn wir uns fragen, wie die Unternehmensnachfolge von der Industrie 4.0 profitieren kann, dann gibt es nur eine Antwort: Mitmachen! Warum das so ist und was das für den Mittelstand bedeutet, erfahren Sie in diesem Interview.

Was Sie in diesem Interview erfahren werden:

  • Formen der Industrie 4.0
  • Bedrohung im B2C und zunehmend auch B2B erkennbar
  • Wie kann man sich vor der Industrie 4.0 schützen?
  • Welche Branche erfährt die höchste Bedrohung
  • Wie die Industrie 4.0 zum Erfolgsfaktor für die Unternehmensnachfolge wird

Wir haben mit dem Gründer des Deutschen Bundesverbandes Merger and Akquisitions Prof. Dr. Kai Lucks gesprochen. Am 15. September 2017 ist sein Buch „Praxishandbuch Industrie 4.0“ erschienen. Es hat den Anspruch in sämtlichen Branchen darüber aufzuklären was im Bezug auf die Digitalisierung gerade vor sich geht.

Das Thema Industrie 4.0 ist nicht nur eine Herausforderung für die große Industrie. Der Mittelstand hat hier großes zu leisten. Wenn man bedenkt, dass erst 15-30 Prozent der Mittelständler das Thema Industrie 4.0 angegangen sind, dann stellt das eine große Bedrohung für den deutschen Mittelstand dar.

Das Buch  „Praxishandbuch Industrie 4.0“ von Prof. Dr. Kai Lucks ist am 15. September 2017 im Schäffer Poeschel Verlag erschienen. Es soll mit Hilfe aller 112 Autoren verdeutlichen wie unterschiedlich sich die vierte industrielle Revolution in allen Branchen über einen langen Zeitraum etabliert hat.

Formen der Industrie 4.0

Was in den 50er Jahren mit ersten digitalen Ultraschallgeräten begann, formiert sich heute zu einer ganz neuen Größenordnung. Big Data, Analytics (Interpretation dieser Daten), Cloud Lösungen, Machine Learning, Robotic und künstliche Intelligenz führen zu einem neuen Informationszeitalter.

Bedrohung im B2C und zunehmend auch B2B erkennbar

Eine besonderere Bedrohung sieht Prof. Dr. Lucks in neuen Startups aus den USA, die sich zwischen den Herstellern und den Kunden drängen.

Ein praktisches Beispiel stellt airbnb dar. Hier können private Personen ihr Zimmer zur Vermietung anbieten. Damit stellt airbnb zwar nicht die Zimmer selbst zur Verfügung, es bietet aber eine digitale Plattform, um weltweit Zugang zu verfügbaren Zimmern von privaten Personen zu ermöglichen.

Ein ähnliches Beispiel stellt UBER im Car Sharing Bereich dar. Dieses Unternehmen bietet auch nur die Plattform, damit Privatpersonen als Taxi-Dienstleister auftreten können. Damit stehen sie in starker Konkurrenz zu traditionellen Taxiunternehmen.

Damit sind die Amerikaner zunehmend im Business to Consumer Bereich tätig. Jedoch zeigen sich auch erste Anzeichen, dass zunehmend neue Lösungen im Business to Business Bereich entwickelt werden. Vermehrt im Maschinen und Anlagenbau.

Wie kann man sich vor der Industrie 4.0 schützen?

Diese Bewegung ist grundsätzlich nicht aufzuhalten. Sie kommt einfach auf und zu. Wer sich schützen möchte, sollte sich dem nicht verschließen, sondern versuchen mitzumachen. So bietet Axxum https://axoom.com/de/ zum Beispiel für Fertigungsbetriebe die Möglichkeit sich durch modulare Lösungen Schritt für Schritt der Industrie 4.0 anzunähern. Auch bietet sie eine digitale Vertriebsplattform für diese Mittelständler, um die Reichweite in den Markt hinein zu erhöhen.

Das Thema Industrie 4.0 ist zwar Chefsache, jedoch empfiehlt Prof. Dr. Lucks jemanden im Unternehmen für dieses Herausforderung zu benennen und sich mit entsprechenden Beratern zusammen zu tun. So können dann auch passende Lösungen individuell entwickelt werden.

Die Automobilbranche ist am stärksten von der Industrie 4.0 betroffen

Elektromobilität, autonomes Fahren und Car Sharing wirbeln die Branche momentan stark auf und zwingen Unternehmen zum Umdenken. Diese Entwicklung wird besonders durch moralische Werte getrieben. So zielen die neuen Geschäftsmodelle meist darauf ab, entweder die Nutzung von Fahrzeugen durch „Teilen“ effizienter zu gestalten und den CO2 Ausstoß zu reduzieren.

Aber auch die in der Fertigung wird zunehmend digitalisiert und automatisiert. Handschuhe mit Sensorik, in die sich der Mitarbeiter einloggen kann und partnerschaftlich mit Robotern zusammenarbeitet.

Zusammengefasst werden 800.000 Mitarbeiter bei den Automobilherstellern und 300.000 Mitarbeiter bei den Zulieferern von digitalen Neuerungen überschwemmt. Laut Prof. Dr. Lucks wird die Mitarbeiteranzahl selbst bei bestmöglicher Implementierung der Neuerungen um 30 Prozent zurückgehen. Wenn Konzerne und Mittelständler es nicht schaffen sich auf diese Veränderungen anzupassen, steht die stärkste Branche in Deutschland vor dem Absturz.

Die Industrie 4.0 ist entscheidender Erfolgsfaktor für die Unternehmensnachfolge

Schafft es zum Beispiel ein Komponentenhersteller nicht den Endkunden weiterhin zu beliefern, weil ihm der Zugang durch einen Zwischenhändler abgeschnitten wird, gehen im wichtige Margen verloren. Wodurch der Unternehmenswert sinkt und im schlimmsten Fall die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens mit hohem Risiko behaftet ist. Das bedeutet, dass Mittelständler eine Lösung finden müssen, wie sie den Vertrieb und die Vermarktung auf den Endkunden ausrichten können. Hat ein Unternehmen noch nicht gezeigt, dass es sich digital transformiert, ist die Investition für einen Nachfolger mit hohem Risiko verbunden.

Die Überlegungen müssen so weit getrieben werden, dass ein Unternehmen sich die Frage stellen muss, ob es überhaupt noch notwendig ist physische Produkte zu liefern. Die Alternative dazu wären virtuelle Produkte zu verkaufen, die über einen 3D-Drucker mittels einem Fertigungspartner in Kundennähe gedruckt werden. Dadurch sinken Herstellungs- und Lieferkosten dramatisch, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Urheberrechtslage und die IT-Sicherheit zur Übermittlung von patentieren Fertigungs-Druckdateien ist jedoch zurzeit noch nicht 100-prozentig ausgereift. Hier braucht es noch etwas Zeit. Jedoch ist die Frage nicht „ob“, sondern „wann“ es soweit sein wird.

Fazit

Unternehmen müssen sich die Frage stellen, was die Industrie 4.0 für die eigne Fertigung, den Vertrieb und das gesamte Geschäftsmodell bedeutet. Diese Themen können mit fähigen Partnern durchdrungen werden und sukzessive in das eigene Unternehmen implementiert werden. Damit sollte die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bewiesen werden, um für die Unternehmensnachfolge bzw. als strategischer Zukauf aus der Branche attraktiv zu sein.

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