Warum Sie schon heute Ihre Geschäftsübergabe vorbereiten sollten

Sie besitzen ein erfolgreiches Unternehmen und denken noch nicht ans Aufhören? Das ist wunderbar und wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg! Auch wenn Sie gerade mitten im Leben stehen und noch viele Geschäftsideen umsetzen wollen, lohnt es sich, die Geschäftsübergabe so früh wie möglich zu planen. Eine gute Vorbereitung schafft Sicherheit und erhöht den Gewinn beim Verkauf. Wer von der Notwendigkeit einer Geschäftsübergabe, zum Beispiel auf Grund plötzlicher gesundheitlicher Einschränkungen, überrascht wird, muss mit Verlusten rechnen. Wer die Unternehmensnachfolge frühzeitig plant, schützt sich und seine Familie und stellt die Weichen für den weiteren positiven Weg des Betriebes. Damit Sie sich besser das finden, was Sie wirklich interessiert, haben wir für Sie ein Inhaltsverzeichnis angelegt. So können Sie sofort zu den Themengebieten gelangen, die für Sie am relevantesten sind.

INHALTSVERZEICHNIS

Machen Sie die Vorbereitung der Geschäftsübergabe zu einem Teil Ihrer Unternehmensstrategie!

Die Realität in Deutschland zeigt, dass viele Unternehmer ihre Firma bis zum Renteneintritt oder sogar deutlich länger selbst leiten. Das zeigt, dass erfolgreiche Geschäftsführung bis ins hohe Alter möglich ist. Wenn der Arzt oder die Familie dann doch zu einer Veränderung raten, sollte alles gut vorbereitet sein. 
Jährlich stehen in Deutschland etwa 70.000 Unternehmen von einer Geschäftsübergabe. Statistiken zeigen jedoch, dass fast 3000 Betriebe davon aufgelöst werden müssen, da die Nachfolgersuche scheitert. Die Gründe dafür liegen neben zu hohen finanziellen Erwartungen beim Verkauf eines Unternehmens und schlechter wirtschaftlicher Prognosen auch in der fehlenden Vorbereitung. Weniger als zehn Prozent der Firmeninhaber sind gut für eine Geschäftsübergabe gerüstet. 

Die Geschäftsübergabe in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften

Die Bezeichnung Geschäftsübergabe wird hauptsächlich im Bereich der klein- und mittelständischen Einzelunternehmen und Personengesellschaften verwendet.

Die Unternehmensformen:

  • Einzelunternehmen werden von einem Kleingewerbetreibenden oder einem Einzelkaufmann (e.K.) geleitet. Eigentum und Unternehmensverantwortung in der Hand eines einzelnen Inhabers.
  • Personengesellschaften verfügen über mindestens zwei Gesellschafter. Das können sowohl juristische als auch natürliche Personen sein. Bekannt sind Personengesellschaften mit den Rechtsformen Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Kommanditgesellschaft (KG), offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Partnergesellschaft (PartG). Auch die GmbH & Co KG sowie die GmbH & OHG gelten als Personengesellschaften.
  • Kapitalgesellschaften sind Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Sie basieren auf einem Gesellschaftervertrag. Ihre Mitglieder verfolgen ein gemeinsames wirtschaftliches Ziel. Als bekannteste Kapitalgesellschaften gelten die Aktiengesellschaft (AG), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Limited Company (Ltd.)

Bei der Unternehmensnachfolge in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und beim Anteilsübergang in Kapitalgesellschaften müssen verschiedene Aspekte beachtet werden. Hier die wichtigsten Hinweise im Überblick:

 

Geschäftsübergang in Einzelunternehmen:

Einzelunternehmen wie zum Beispiel Dienstleistungsbetriebe, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe und freie Berufe werden als gesamtes Unternehmen übertragen. Nach der Übertragung haftet der Alteigentümer weitere fünf Jahre für Verbindlichkeiten, die er selbst zu verantworten hat. Gläubiger können Schulden des Vorgängers beim neuen Eigentümer geltend machen. Dieser fordert die Summe vom Alteigentümer zurück.
Wer eine Firma erbt, erbt sowohl das Vermögen als auch die Verbindlichkeiten. Erben haften bei Übernahme des Unternehmens auch mit ihrem Privatvermögen.

 

Geschäftsübergang in der GbR

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine häufig gewählte Rechtsform für kleine Gewerbebetriebe und freie Berufe. Sie wird von mindestens zwei Gesellschaftern auf der Basis eines Gesellschaftervertrages geleitet. Eine Geschäftsübergabe kann nur mit dem Einverständnis beider Gesellschafter erfolgen. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Anteil an den oder die Mitgesellschafter zu veräußern.
Nach der Übergabe haftet der ehemalige Gesellschafter für Schäden und Verbindlichkeiten, die in seiner Verantwortung entstanden sind. Neugesellschafter haften mit ihrem Anteil und ihrem Privatvermögen. Erben können mit der Erbschaft sowie ihrem Privatvermögen haftbar gemacht werden. Die Geschäftsübergabe in Offenen Handelsgesellschaften (OHG) und Kommanditgesellschaften (KG) sowie in der GmbH & Co. KG ist wie in der GbR geregelt.

 

Geschäftsübergang bei Partnergesellschaften

Partnergesellschaften werden insbesondere innerhalb der freien Berufe als Unternehmensform gewählt. Die Geschäftsübergabe erfolgt ebenso wie bei einer GbR mit der Ausnahme, dass eine Anteilsübergabe nur an Personen mit den notwendigen beruflichen Qualifikationen (Mediziner, Juristen, Architekten usw.) erfolgen kann.

 

Geschäftsübergabe in Kapitalgesellschaften

Die Anteilsübertragung in einer GmbH ist durch den Gesellschaftervertrag geregelt. Sie kann meist nur mit Zustimmung des Vorstandes erfolgen und bedarf einer notariellen Eintragung. Der Verkäufer haftet bis zu fünf Jahre nach dem Verkauf.
Wenn mehrere Erben einen Gesellschafteranteil erben, sind sie gezwungen, diesen gemeinsam zu verwalten. Auf der Gesellschafterversammlung haben sie nur eine Stimme.

 

Geschäftsübergabe in eingetragenen Genossenschaften (eG)

Die Anteilsübertragung in Genossenschaften ist durch die Satzung der Genossenschaft geregelt. Sie bedarf der Zustimmung des Vorstandes. Die Übertragung von Anteilen erfordert keine notarielle Beglaubigung. Die Haftung des Anteilsverkäufers endet mit der Übertragung. Der Käufer bzw. Erbe haftet mit seinem Anteil.

 

Anteilsübertragung in Aktiengesellschaften

Die Anteilsübertragung in Aktiengesellschaften ist jederzeit formlos möglich.

Firmennachfolger gesucht in Einzelunternehmen

 

Nachfolge durch ein Familienmitglied

Viele erfolgreiche Unternehmer wünschen sich, ihre Firma im Alter an ein Kind, den Ehepartner oder ein Familienmitglied übertragen zu können. Die Übergabe innerhalb der Familie gilt als erste Wahl, wenn es einen geeigneten Interessenten gibt. Nicht automatisch sind der Sohn oder die Tochter interessiert und in der Lage, ein Unternehmen zu leiten.

Fragen Sie sich daher vor einer solchen Regelung, ob das Herz der Kinder ebenso wie Ihres für die Firma schlägt, ob sie ausreichend qualifiziert sind und über die notwendigen Führungskompetenzen verfügen. Jeder Firmeninhaber weiß, dass die Leitung einer Firma mit Höhen und Tiefen verbunden ist. 

Wenn Sie in Ihrer Familie jemanden finden, dem Sie zutrauen, Ihren Betrieb mit ebenso viel Herzblut zu führen wie Sie, dann betrachten Sie das als großen Gewinn. Versuchen Sie, Ihren potenziellen Nachfolger frühzeitig in den betrieblichen Ablauf einzubinden, so gut wie möglich zu qualifizieren, und übertragen Sie ihm nach und nach Verantwortung für einzelne betriebliche Abläufe. 

 

Nachfolge durch einen Mitarbeiter

Nicht jeder Unternehmer findet im Verwandtenkreis einen geeigneten Nachfolger. Es lohnt sich der Blick auf die Führungskräfte im Unternehmen. Wer überzeugt mit Führungskompetenz und Qualifikation? Wenn Sie einen geeigneten Nachfolger unter Ihren Mitarbeitern finden, empfiehlt es sich, diesen langfristig vorzubereiten und in seiner Entwicklung zu unterstützen. Bringen Sie frühzeitig in Erfahrung, ob dieser Mitarbeiter an einer späteren Geschäftsübernahme interessiert ist. Es ist ein großer Unterschied, als Angestellter in einem Betrieb Höchstleitungen zu erzielen oder selbst ein Unternehmen zu leiten. Auch die Familie des potenziellen Nachfolgers muss eine solche Entscheidung mittragen. 

 

Verkauf des Unternehmens

Eine Alternative zur Betriebsübergabe innerhalb der Familie oder der Mitarbeiterschaft stellt der Unternehmensverkauf dar. Möglich ist, das Unternehmen vollständig oder teilweise zu veräußern. Dieser Schritt will nicht nur aus finanzieller Sicht gut überlegt sein. Wer viel in den Erfolg eines Unternehmens investiert hat, hegt den berechtigten Wunsch, dass sich der Betrieb auch weiterhin positiv entwickelt. Eine gute Grundlage bieten Nachfolgebörsen, die in den einzelnen Bundesländern von der IHK, den Handwerkskammern oder Wirtschaftsförderungsgesellschaften organisiert werden. Eine Nachfolgebörse ist eine Art Partnerbörse, über die Sie den passenden Nachfolger finden können. Der frühe Kontakt ermöglicht den Verkauf Ihres Unternehmens mit einem guten Gefühl. Zudem erhalten Sie über die Registrierung bei einer Nachfolgebörse Zugang zu Beratungsangeboten und Fördermitteln. Als weitere Option gilt der Unternehmensverkauf an einen fremden Käufer.

Die Sorgfaltsprüfung (Due-Diligence) zur Vorbereitung des Unternehmensverkaufes

Jeder potenzielle Nachfolger will sich vor einer Geschäftsübernahme einen Überblick über die Geschäftszahlen verschaffen. Er hat das Recht, mindestens die Finanzübersicht der letzten drei Jahre zu erhalten. Stellen Sie die Geschäftsunterlagen lückenlos zusammen. Selbst die Privatentnahmen sollten ersichtlich sein. Mit professionell aufbereiteten Geschäftsunterlagen erzielen Sie beim Käufer einen guten Eindruck. 
Zusätzlich zu den finanziellen Informationen benötigt Ihr potenzieller Nachfolger eine Übersicht zu Kunden, Lieferanten sowie zum Personal und den geltenden Verträgen. Der Nachfolger muss vertragliche Regelungen im Vorfeld kennen. Stellen Sie ihm auch die Geschäftsordnung zur Verfügung. 
Meist leitet der potenzielle Käufer eines Unternehmens vor dem Kauf eine Sorgfaltsprüfung Due Diligence ein. Due Diligence bedeutet so viel wie „gebührende Sorgfalt“ und gewährleistet die sorgfältige Prüfung sämtlicher rechtlicher, finanzieller, steuerlicher und wirtschaftlicher Aspekte. Der Käufer will mit der Sorgfaltsprüfung sicherstellen, dass seine Annahmen, die über die Höhe des Kaufpreises entscheiden, der Realität entsprechen. 
Die Sorgfaltsprüfung wird von Vertretern des Käufers in Verbindung mit externen Beratern durchgeführt. Im Verlauf der Due Diligence werden die Unterlagen des Unternehmens einer detaillierten Prüfung unterzogen und Gespräche mit dem Management geführt. Die Sorgfaltsprüfung erfolgt durch 

  • Prüfung der finanziellen Situation

  • Analyse des Geschäftsmodells

  • Prüfung der Marktsituation 

  • Bewertung rechtlicher Aspekte

  • Bewertung steuerlicher Aspekte 

Die Information der Kunden und Lieferanten erfolgt gewöhnlich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Empfohlen wird, auch die Information der Mitarbeiter nicht zu früh vorzunehmen, denn das verschafft zusätzliche Aufregungen, die beim Unternehmensverkauf hinderlich sein könnten. 
Stellen Sie sich einen Fahrplan für die Übergabe des Unternehmens auf, definieren Sie so früh wie möglich den gewünschten Zeitpunkt für die Geschäftsübergabe und den angestrebten Verkaufswert. Die Zeit, die Sie in die Vorbereitung einer Betriebsübergabe investieren, rentiert sich sowohl für Sie als auch für den Käufer. 

Methoden der Firmenbewertung

Die gebräuchlichsten Methoden der Bewertung eines Unternehmens sind: 

  • Das traditionelle Substanzwertverfahren 
    Beim traditionellen Substanzwertverfahren wird der Wert des Betriebes aus der Summe sämtlicher Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten berechnet. 
  • Das Liquidationsverfahren 
    Auch das Liquidationsverfahren stellt eine Form des Substanzwertverfahrens dar. Dabei werden die Vermögensgegenstände im Unternehmen nach ihrem aktuellen Verkaufswert berechnet. Von der Summe werden die Verbindlichkeiten sowie alle mit dem Verkauf verbundenen Ausgaben abgezogen. Das Liquidationsverfahren ergibt den minimalen Wert eines Unternehmens. 
  • Das Ertragswertverfahren 
    Im Gegensatz zu den Substanzwertverfahren erfolgt das Ertragswertverfahren unter Beachtung der Zukunftsprognosen. Es wird ermittelt, welche Erlöse das Unternehmen in den kommenden Jahren erzielen kann und zu welchem Zeitpunkt die Einnahmeüberschüsse die getätigten Investitionen übertreffen. 
    Beim Ertragswertverfahren wird berücksichtigt, welche Entwicklung das zum Kauf notwendige Geld bei einer Anlage am Kapitalmarkt nehmen könnte. 
  • Die Multiplikatorenmethode 
    Die Multiplikatorenmethode berücksichtigt bei der Bewertung eines Unternehmens das Geschäftsergebnis und kalkuliert sämtliche Kosten, wie auch den Lohn des Unternehmers ein (Gewinnmethode). Eine andere Multiplikatorenmethode bewertet den Umsatz des Betriebes (Umsatzmethode). Als realitätsnaher Zeitraum werden sechs Jahre betrachtet. Das sind die vergangenen zwei Geschäftsjahre, das aktuelle und die folgenden drei Geschäftsjahre. Um der Realität möglichst nahe zu kommen, wird das Ergebnis der Umsatzmethode und der Gewinnmethode mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert. Die Branchenfaktoren können im Internet abgerufen werden http://www.finance-magazin.de/research/multiples/ 
  • Die Discounted Cash Flow Methode 
    Die Discounted Cash Flow Methode (DCF-Methode) unterscheidet sich vom klassischen Ertragswertverfahren dadurch, dass sie die zukünftig zu erwartenden Geldflüsse berücksichtigt. Bei der DCF-Methode wird berechnet, welche Gewinne das Unternehmen in einer bestimmten Zeit für weitere Investitionen sowie als Sicherheit für unvorhersehbare Situationen erwirtschaften kann. Der Wert eines Unternehmens wird aus dem Cash Flow der drei folgenden Jahre unter Berücksichtigung der Zinsen ermittelt.

Varianten der Geschäftsübergabe

Die Geschäftsübergabe kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Es sind persönliche und steuerliche Rahmenbedingungen zu beachten. 

  • Die Geschäftsübergabe gegen eine einmalige Zahlung 
    Beim Verkauf eines Betriebes gegen eine einmalige Zahlung kann der Verkäufer sofort über das Geld verfügen. Sei Gewinn ist nicht vom Fortbestehen des Unternehmens abhängig.
  • Die Geschäftsübergabe gegen wiederkehrende Zahlungen 
    Der Verkauf gegen wiederkehrende Zahlungen reduziert für den Käufer die finanzielle Belastung bei der Übernahme des Betriebes. Die wiederkehrenden Zahlungen können in Form einer Rente erfolgen. Der Verkäufer trägt bei dieser Variante ein hohes Risiko, da seine Zahlungen vom wirtschaftlichen Geschick des Nachfolgers abhängen. 
  • Die Verpachtung des Unternehmens 
    Eine Verpachtung des Unternehmens kann vollständig oder auch in Teilen erfolgen. Damit sichert sich der Inhaber langfristige Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Der Verkauf des Betriebes zu einem späteren Zeitpunkt wird damit nicht ausgeschlossen.
  • Die Schenkung 
    Die Schenkung ist eine geeignete Art der Geschäftsübergabe innerhalb der Familie. Es können steuerliche Freibeträge geltend gemacht werden. Eine Schenkung kann langfristig unter verschiedenen Auflagen, wie zum Beispiel dem Abschluss einer geforderten Ausbildung, erfolgen. 

Wenn Sie Ihr Unternehmen veräußern möchten, müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Beginnen Sie frühzeitig, nehmen Sie sich Zeit und nutzen Sie fachkundige Beratung. 

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