Eine Call Option ist wie eine Wette auf die Zukunft – aber eine, bei der man die Spielregeln genau kennt. Im Grunde erwirbt man das Recht, eine Aktie oder ein anderes Wertpapier zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Das Besondere: Man muss dieses Recht nicht ausüben, wenn sich der Kurs anders entwickelt als erhofft.

Was ist eine Call Option?

Eine Call Option, oder auf Deutsch Kaufoption, ist das vertraglich gesicherte Recht, aber nicht die Pflicht, zu einem zukünftigen Zeitpunkt und zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen.

Im Unternehmensverkauf kommt dieses Instrument häufig bei gestaffelten Verkäufen zum Einsatz. Sie verkaufen beispielsweise heute einen Großteil Ihrer Anteile, gewähren dem Käufer aber eine Call Option auf Ihre restlichen Anteile. Der Käufer kann dieses Recht dann in Zukunft, zum Beispiel nach drei Jahren, ausüben und Ihr Unternehmen vollständig übernehmen.

Für Sie als Verkäufer bedeutet das: Sie geben dem Käufer die Sicherheit, die Übernahme zu einem späteren Zeitpunkt abschließen zu können. Der Preis und die Bedingungen dafür werden bereits heute im Kaufvertrag verankert. Das schafft Planbarkeit für beide Seiten, bedeutet für Sie aber auch, dass Sie an diesen vorab festgelegten Preis gebunden sind, selbst wenn der Wert des Unternehmens in der Zwischenzeit stärker als erwartet steigen sollte.

Wie funktioniert’s in der Praxis?

Nehmen wir an, die Aktie der Deutschen Telekom steht bei 20 Euro. Sie sind überzeugt, dass der Kurs in den nächsten Monaten deutlich steigen wird. Statt direkt Aktien zu kaufen, entscheiden Sie sich für eine Call Option mit einem Ausübungspreis von 22 Euro und einer Laufzeit von sechs Monaten. Für dieses Recht zahlen Sie eine Prämie von vielleicht einem Euro pro Aktie.

Die Mathematik dahinter

Steigt der Kurs während der Laufzeit auf 25 Euro, können Sie die Aktien für 22 Euro kaufen und sofort für 25 Euro verkaufen. Abzüglich der gezahlten Prämie von einem Euro macht das einen Gewinn von zwei Euro pro Aktie. Klingt nicht nach viel? Bedenken Sie: Ihr Einsatz war nur ein Euro – die Rendite liegt also bei 200 Prozent!

Die Vorteile auf einen Blick:

Risiken und Nebenwirkungen

Aber Vorsicht: Call Optionen sind keine Einbahnstraße zum Reichtum. Entwickelt sich der Kurs seitwärts oder fällt er gar, verlieren Sie im schlimmsten Fall die komplette Prämie. Und die Zeit arbeitet gegen Sie – je näher das Laufzeitende rückt, desto schneller verliert die Option an Wert, wenn sie nicht im Geld liegt.

Für wen sind Call Optionen geeignet?

Call Optionen sind nichts für schwache Nerven. Sie eignen sich für erfahrene Anleger, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und das Underlying – also die zugrundeliegende Aktie – gut kennen. Wer hier einsteigt, sollte nicht nur eine klare Marktmeinung haben, sondern auch die technischen Zusammenhänge verstehen.

Übrigens: In der Praxis werden die meisten Optionen gar nicht ausgeübt, sondern vorher wieder verkauft. Das macht sie zu einem flexiblen Instrument für aktive Händler. Aber wie bei allen Finanzprodukten gilt: Erst verstehen, dann handeln. Denn am Ende ist eine Call Option eben doch mehr als eine simple Wette – sie ist ein ausgeklügeltes Finanzinstrument mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.

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