Episode #045: Nachfolgevorbereitung im 5-Sterne-Plus-Bereich

In der letzten Episode erzählte der Junior, nun kommt der Senior zu Wort: Unternehmer Hans-Joachim Schulze hat wohl eine Nachfolgevorbereitung vollzogen, die im besten Lehrbuch nicht zu finden wäre. Innerhalb von 10 Jahren durchlief sein Sohn als potenzieller Nachfolger nicht nur alle Abteilungen, sondern belegte Seminare und absolvierte unterschiedliche Praktika. Und der Plan ging auf – die Firma wird erfolgreich geführt, während Senior Schulze seine Freizeit genießt.

01:32 Im Jahr 2012 war die Übergabe an den Sohn.

01:54 1990 wurde die Firma gegründet, nach 15 Jahren sprach Schulze dann mit seinem Sohn, ob Interesse bestehen würde. Sie einigten sich auf eine 10-jährige Vorbereitung. In dieser Zeit gab es klare Zeitabschnitte und gezielte Aufgaben. 5 Jahre vor der Übergabe entschieden sie, einen zusätzlichen Geschäftsführer zu benennen, der das Unternehmen zusammen mit dem Junior leiten sollte. Insgesamt verlief die gesamte Nachfolge tatsächlich problemlos.

06:39 Der Senior selbst wurde zu Zeiten seiner Gründung gewissermaßen ins kalte Wasser geworfen. Gerade deshalb war es ihm wichig, dass sein Sohn wie jeder andere Mitarbeiter lernte. Neben den einzelnen Abteilungen in der Firma absolvierte er zudem auch Praktika. So zum Beispiel beim Notar, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer. Außerdem besuchte er verschiedene Managementseminare. Des Weiteren erfolgte eine berufsbegleitende Ausbildung zum Personalreferenten. Er erhielt eine kaufmännische Grundausbildung und wurde im Bereich Krisenmanagement geschult. Besser? Geht’s nicht! Der Junior hatte auch Zertifikate vorzulegen. Und beide ’neuen‘ Geschäftsführer mussten sich durch den Jahresabschluss quälen. Ende gut, alles gut: Mit 65 schied Schulze aus dem Unternehmen und stand nur noch beratend zur Seite.

13:36 Seine Nachfolge bereut der Unternehmer keineswegs (warum auch?!).

15:03 Auch das Loslassen ist ihm gar nicht schwer gefallen, weil er in 10 Jahren der Förderung gemerkt hat, es ist die richtige Entscheidung.

19:06 Heute gibt es im Unternehmen weder Widerstände noch Komplikationen, jeder hat sein Geschäftsgebiet.

21:12 Zudem hatte Schulze einen Unternehmensberater, der die Nachfolgerkompetenzen verschiedener Mitarbeiter enschätzte.

26:02 Wer kann, sollte seine Nachfolge unbedingt langfristig angehen. Denn vor allem 5 Jahre vor ‚Ende‘ sollte jedem Unternehmer klar sein, wie es weiter geht.

29:43 Dem Unternehmer war vollkommen bewusst, dass seine Firma weiter existieren sollte und er sich deshalb irgendwann selbst aus der Firma rausnehmen müsste. Und dann folgte die Nachfolgevorbereitung à la Hollywood.