Krypto in Unternehmen – Blockchain als Game-Changer?

Krypto in Unternehmen – Blockchain als Game-Changer?
Zentrale Fragen des Verkaufsprozesses

Inhaltsverzeichnis

Merkel Autor auf Unternehmer Radio Geschrieben von Ass. jur. Joachim Merkl Lesedauer: 11 Min.

Der Begriff Krypto bezieht sich auf die Verwendung von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie durch digitale Anwendungen. Der geradezu futuristisch anmutende dezentrale Ansatz stellt die traditionellen Systeme des Finanzsektors infrage und bedeutet vor allem für die betriebliche Praxis eine Zeitenwende auf dem Weg zu mehr Digitalisierung. 

Krypto in Unternehmen bietet auch global neue Chancen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie für Investitionen und Innovationen. Für Unternehmen bedeutet das konkret: sichere, schnelle und transparente Zahlungs- und Transaktionsoptionen unter Ausschluss des regulierten Finanzmarktes. 

Davon können Unternehmen in besonderem Maße profitieren, vorausgesetzt, sie erkennen und nutzen konsequent und proaktiv die Möglichkeiten und Potenziale für effizientere Geschäftsabläufe. Krypto hilft in den Unternehmen dabei, Risiken zu bewältigen, effizientere Abläufe in Organisation und Produktion zu schaffen und – last but not least – Kosten einzusparen. Doch dazu gilt es zunächst, Krypto mit den wichtigsten Basics zu verstehen und abzuwägen. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Blockchain verändert Unternehmensprozesse: Dezentrale Technologien ermöglichen neue Formen der Digitalisierung. Transaktionen, Datenhaltung und Abläufe werden transparenter, sicherer und effizienter gestaltet.
  • Krypto schafft neue Geschäftschancen: Unternehmen profitieren von schnellen, kostengünstigen Zahlungsprozessen, neuen Investitionsmöglichkeiten und innovativen Geschäftsmodellen jenseits klassischer Finanzstrukturen.
  • Nutzen erfordert Verständnis und Strategie: Der wirtschaftliche Mehrwert entsteht nur durch gezielte Planung, fundierte Kenntnisse der Grundlagen sowie eine bewusste Abwägung von Chancen, Risiken und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Was ist Blockchain?

Bei einer Blockchain1 (engl. Blockkette) handelt es sich um eine Datenbank, die auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basiert. Eine spezielle Technologie ermöglicht die Datenhaltung in dezentralen, verteilten Netzwerken.

Funktional betrachtet ist die Blockchain-Technologie eine Unterform der DLT. In diesem Kontext steht Blockchain für eine dezentrale Infrastruktur zur Validierung, Speicherung und Aktualisierung von Datensätzen zu Krypto-Transaktionen. Die Begriffe „Blockchain“ und „Distributed Ledger-Technologie (DLT)“ werden auch synonym verwendet. 

„Ledger“ bedeutet hier übersetzt so viel wie digitales Kontobuch bzw. Hauptbuch. Dazu fungiert eine dezentrale Datenbank, die von zahlreichen gleichberechtigten Teilnehmern eines öffentlichen oder privaten Netzwerks geführt wird. Statt einer zentralen Stelle wie beispielsweise einer Bank, werden identische Kopien desselben Ledgers von einer Vielzahl an Rechenknoten (Nodes) in einem Computernetzwerk verwaltet.

Bei der Blockchain handelt es sich um eine innovative Datenbanktechnologie, mit der Informationen zu Transaktionen gespeichert werden. Blockchain als Ledger besteht aus einer aneinandergereihten Kette von Blöcken, die kryptografisch hinter- und miteinander verknüpft sind. Sie verfügt über eine Reihe von DLT-Knoten. 

Alle relevanten Daten werden in der Blockchain dezentral gespeichert und digital protokolliert. Das Protokoll enthält sämtliche Details zu der betreffenden Transaktion. 

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Der Datenbestand einer Blockchain besteht aus einer linear angelegten Abfolge von Blöcken, die chronologisch und konsistent aufeinander aufbauen. In jedem Block wird ein spezielles Verzeichnis mit den originären Transaktionsdaten angelegt. Außerdem enthalten sämtliche Blöcke einen Zeitstempel sowie einen Kontrollwert, der mit dem vorherigen Block kryptografisch verknüpft ist. Dadurch entsteht eine unveränderliche chronologische Reihenfolge in der Blockkette.

Die Datenspeicherung auf der Blockchain erfolgt auf der Grundlage eines öffentlich dokumentierten und zugänglichen Verfahrens innerhalb einer dazu autorisierten Blockchain-Community.

Die Blockchain wird zwischen den einzelnen DLT-Knoten bzw. Netzwerkteilnehmern über einen Konsensmechanismus synchronisiert. Dazu wird jede Krypto-Transaktion durch die DLT-Knoten überprüft, bevor sie zur Blockchain hinzugefügt wird. Jeder Netzwerkteilnehmer kann zwar die erfolgten Transaktionen in der Blockchain einsehen, jedoch ihren Inhalt nicht verändern. Allerdings kommt ein neuer Block nicht einfach so zur Kette hinzu. Vielmehr muss ihn das Netzwerk zunächst bestätigen. 

Das sind die Basics der Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie basiert auf klar definierten Grundprinzipien, die ihren praktischen Nutzen für Unternehmen überhaupt erst ermöglichen. Diese Eigenschaften unterscheiden Blockchain-Anwendungen grundlegend von klassischen, zentral organisierten IT- und Finanzsystemen und bilden die Grundlage für Sicherheit, Effizienz und Transparenz in digitalen Geschäftsprozessen.

  • Dezentralität: Die Blockchain wird dezentral von einem Netzwerk von Computern (Nodes) betrieben. 
  • Nachhaltigkeit: Die Transaktionsdaten in einer Blockchain dokumentierten Daten sind unabänderlich. Sie können weder verändert noch gelöscht werden. 
  • Sicherheit: Sensible Daten sind durch kryptografische Verfahren fälschungs- und manipulationssicher vor unbefugtem Zugriff geschützt.
  • Exklusivität: Nur legitimierte Teilnehmer des Netzwerks sind autorisiert, Transaktionen in der Blockchain durchzuführen. 
  • Transparenz: Die Teilnehmer des Netzwerks haben Zugang zu den gespeicherten Daten. Transaktionen sind für sie einsehbar.
  • Unmittelbarkeit: Transaktionen werden unmittelbar zwischen den Beteiligten durchgeführt, ohne dass es einer zwischengeschalteten Instanz bedarf.
  • Kostenreduktion: Kryptoanwendungen in einer Blockchain werden schnell, günstig und zuverlässig realisiert.
  • Automatisierung: Durch Smart Contracts lassen sich zahlreiche Abläufe automatisieren. Das spart Zeit und Kosten und minimiert vorhandene Fehlerquellen.
  • Unmittelbarkeit: Transaktionen werden unmittelbar zwischen den Beteiligten durchgeführt, ohne dass es einer zwischengeschalteten Instanz bedarf. 
  • Transparenz: Nachvollziehbare Fakten zu den unternehmerischen Aktivitäten vermitteln Seriosität und schaffen Vertrauen bei Stakeholdern wie Kunden, Lieferanten und Investoren. 
  • Authentizität: Überprüfbare Managementstrukturen schaffen Glaubwürdigkeit und stärken die Marktstellung und Wettbewerbsfähigkeit. 

Wie funktioniert die Blockchain?

Die Besonderheit von Blockchain liegt darin, dass Daten und Transaktionen in Blöcken auf mehreren Computern gespeichert werden, die in einer Kette (chain) abgelegt werden. Jede Transaktion wird in einem separaten Block dokumentiert.

Dazu werden die Blöcke entsprechend ihrer zeitlichen Abfolge aneinandergereiht, wobei neue Datenblöcke am Ende des jeweils vorherigen Blocks angehängt und chronologisch gespeichert werden. Dadurch bilden die Blöcke eine Kette, daher auch der Begriff Blockchain, was übersetzt „Blockkette“ bedeutet. Jeder Transaktionsblock in der Blockchain enthält ein Protokoll über vorhergehende Blöcke. Auf diese Weise kommen immer mehr Transaktionen in den einzelnen Datenblöcken hinzu. 

Damit die Einträge in der Blockchain unveränderbar und vor Manipulationen jeglicher Art geschützt sind, werden sie dezentral gespeichert und durch ein digitales Protokoll gesichert. Protokolliert werden sämtliche Details einer Transaktion. Der Distributed Ledger ist ein Informationsspeicher, der über eine Reihe von DLT-Knoten sogenannte Nodes verfügt. Die Blockchain wird zwischen den einzelnen DLT-Knoten über einen Konsensmechanismus synchronisiert. 

Jede einzelne Transaktion wird durch eine Transaktions-ID (TXID) codiert. Damit lässt sich jede Transaktion in der Blockchain eindeutig zuordnen und authentifizieren. Betrug oder Manipulation werden verhindert und zugleich wird sichergestellt, dass die Transaktion korrekt durchgeführt und der Besitz von Bitcoin erfolgreich übertragen wird. Die Einträge in der Blockchain sind damit unveränderbar und vor Manipulationen jeglicher Art, Missbräuchen und Löschungen geschützt.

Was hat es mit dem „Hash“ auf sich?

Bei jeder Transaktion wird „automatisch“ eine besondere Transaktions-ID (TXID) generiert. Die TXID wird auch als Transaktions-Hash bezeichnet. Der Hash besteht aus einer kryptografischen Zeichenfolge in Form einer einzigartigen Zahlen-Buchstaben-Kombination. In die außer den Transaktionsdaten auch der Hash-Wert des Vorgänger-Blocks einfließt. Der Hash besteht aus einer Zahlen-Buchstaben-Kombination. Dadurch wird jeder Block gewissermaßen zum Unikat. 

Da jeder Block exklusiv mit dem Hash-Wert verknüpft wird, lassen sich die Transaktionen in der Blockchain eindeutig zuordnen, verifizieren und authentifizieren. 

Eine spätere Veränderung der in einem Block aufgeführten Transaktion ist dadurch ausgeschlossen. Da die Blöcke konsistent aufeinander aufbauen, wäre der nächste Block nicht mehr kompatibel mit seinem „Vorgänger“-Block. Denn nachträglich erzeugte Hash-Werte stimmen nicht mehr mit dem ursprünglich erzeugten Original-Hash überein. 

Eine etwaige Manipulation wäre damit offensichtlich und für jeden in der Netzwerk-Community erkennbar, denn die Blockchain liegt auf den Rechnern im Netzwerk mehrfach in identischer Form vor. Da die Community die Daten „gemeinsam“ verifiziert, und validiert, würden Manipulationsversuche nahezu in Echtzeit auffallen. 

Allerdings kommt ein neuer Block nicht uneingeschränkt zur Kette hinzu. Vielmehr muss ihn das Netzwerk zuvor „bestätigen“. Dazu absolvieren die Mitglieder des Netzwerks eine Art Ratespiel, indem sie den aktuellen Hash-Wert des neuen Blocks ergründen. 

Wie verhält es sich mit Kryptowährungen im Unternehmen?

Bekannte Beispiele für Anwendungen im Rahmen der Blockchain-Technologie sind Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum. Eine Kryptowährung ist ein digitales Zahlungsmittel auf der Grundlage der Blockchain-Technologie, durch die eine dezentrale und transparente Datenbank für alle durchgeführten Transaktionen bereitgestellt wird. 

Formal betrachtet stellen Kryptowährungen, abweichend vom Wortlaut, rechtlich keine Währung dar. Laut des Bundesamts für Finanzen2 (BaFin) zählen sie zu den „Finanzinstrumenten“.

Zahlungen per Überweisung in Kryptowährung wie etwa in Bitcoin oder Ethereum erfolgen auf der Basis der Blockchain-Technologie unmittelbar über eine spezielle Peer-to-Peer-Anwendung. Eine zentrale Abwicklungsstelle ist hierfür nicht erforderlich. Die Übertragung von Guthaben wird durch eine kryptografisch signierte Transaktion in der Blockchain dokumentiert. Die Verifizierung derartiger Transaktionen in Form einer Signaturprüfung übernehmen die im Netzwerk befindlichen Rechner. Diese einigen sich durch den Konsensmechanismus auf die Gültigkeit der Transaktionen.

Marktgängige Kryptowährungen sind Bitcoin und Stablecoin. Sie unterscheiden sich grundlegend in ihrer Verwendung und Funktion. Bitcoin und Ethereum sind volatile, unabhängige Kryptowährungen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Kurse stark schwanken können und sie damit extrem risikobehaftet sind. Ihre Wertentwicklung kann innerhalb kürzester Zeit stark variieren. Bei Bitcoin handelt es sich um die größte und bekannteste Kryptowährung. Bitcoin wird umgangssprachlich auch als „digitales Gold“ bezeichnet. 

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Im November 2025 gab es laut des Informationsportals Statista3 9.351 unterschiedliche Kryptowährungen. Im Jahr 2024 war Bitcoin die größte und bekannteste Kryptowährung, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung. Umgangssprachlich wird Bitcoin auch als „digitales Gold“ bezeichnet. Auf den nächsten Plätzen im Ranking folgen Ethereum und Tether (siehe Liste im weiteren Text).

Bitcoin stellen eine Alternative zu staatlichen Währungen dar und geben Nutzern als optionale Alternative eine schnelle, anonyme Möglichkeit, bargeldlos zu zahlen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass hinter einer Kryptowährung keine staatliche Deckung besteht. Insoweit unterscheiden sich Kryptowährungen maßgeblich von staatlichen Währungen (Fiatgeld). Sie werden weder staatlich reguliert und kontrolliert, noch sind die Anleger durch eine Einlagensicherung geschützt. Ihr Wert bemisst sich ausschließlich danach, wie viele Anleger dafür zu zahlen bereit sind.

Im Unterschied zu den volatilen Kryptowährungen docken Stablecoins an reale Werte wie den US-Dollar, US-Staatsanleihen oder Gold und andere Edelmetalle an. Tether zählt zu den Stablecoins mit der höchsten Marktkapitalisierung,

Stablecoins sind vor allem in Afrika, Südamerika und Südostasien verbreitet und zeichnen sich durch eine preisstabile Performance mit vergleichsweise geringer Volatilität aus. Stablecoins dienen primär als digitales Bargeld für schnelle, wertkonstante Transaktionen und Anwendungen. 

Die wichtigsten Kryptowährungen im Überblick

Kryptowährungen mit der höchsten Marktkapitalisierung sind global

  • Bitcoin (BTC)
  • Ethereum (ETH)
  • Tether (USDT)
  • XRP (Ripple)
  • BNB (BNB)
  • USDC (USDC)
  • Solana (SOL)
  • TRON (TRX)
  • Dogecoin (DOGE)

Quelle: Onvista4

Welche besonderen Vorteile bieten Kryptoanwendungen in einer Blockchain?

Blockchain-Technologien eröffnen Unternehmen vielfältige Potenziale, wie etwa die Stärkung der Innovationskraft und Informationssicherheit. Als Schlüsseltechnologie ermöglicht die Blockchain, digitale Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln

Praxisnahe Anwendungen von Krypto in Unternehmen sind etwa Zahlungen mit Kryptowährungen und Automatisierungen sowohl von Buchhaltungsprozessen als auch von Geschäftsvorgängen mittels Smart Contracts sowie die Kontrolle von Lieferketten. .

Besondere Vorteile von Kryptowährungen als Zahlungsmittel bestehen in den niedrigen Transaktionskosten sowie den Zahlungen durch Überweisung nahezu in Echtzeit. 

Vor allem in der Tokenisierung von Vermögen stecken vielzählige Möglichkeiten, insbesondere zur Digitalisierung betrieblicher Prozesse und zur Übertragung von Unternehmenswerten. Die Effizienz von Geschäftsprozessen kann deutlich verbessert werden. Das betrifft vor allem Herausforderungen wie Datensicherheit, Prozessautomatisierung und Innovationsförderung. 

Unternehmen ihre Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit durch Krypto stärken und sich insgesamt zukunftsfähig aufstellen.

Beispiele für einen konkreten Unternehmensnutzen

Im Unternehmenskontext entsteht der konkrete Nutzen von Krypto und Blockchain vor allem dort, wo traditionelle Abläufe bisher ineffizient, teuer oder fehleranfällig sind. Unternehmen können Kryptogeschäften strategische Bedeutung beimessen, um Zahlungsprozesse zu modernisieren, interne Abläufe zu automatisieren und neue Geschäftsmodelle zu realisieren.

So kann die Buchhaltung durch Blockchain-Lösungen deutlich transparenter und weniger fehleranfällig werden, weil Transaktionen in einem einheitlichen, dezentralen Ledger konsistent und in Echtzeit erfasst werden, was Zeit spart und Abstimmungen erleichtert. Auch die Besteuerung von Krypto-Transaktionen wird mit klaren Regeln für die Einordnung im Betriebsvermögen transparenter, obwohl noch Detailfragen offen sind und eine genaue Dokumentation erfordern.

Konkrete Vorteile ergeben sich zum Beispiel in diesen Bereichen:

  • Effizienzsteigerung in der Buchhaltung durch automatische, eindeutige Erfassung von Transaktionen und reduzierte manuelle Abstimmungsaufgaben.
  • Schneller und günstiger Zahlungsverkehr insbesondere bei internationalen Geschäften ohne Zwischeninstanzen.
  • Reduzierte Fehler und Betrugsrisiken, weil Transaktionen unveränderlich und nachvollziehbar gespeichert sind.
  • Regulierung und Compliance werden durch digitale Nachweise erleichtert, erfordern aber klare Prozesse und Systeme zur Datenpflege.
  • Steuerliche Transparenz, indem Gewinne, Verluste und Wertveränderungen von Kryptowährungen im Betriebsvermögen systematisch erfasst und korrekt besteuert werden.

Eine sorgfältige Analyse der spezifischen Anforderungen, der rechtlichen Regulierung und der technischen Implementierung ist unerlässlich, damit aus dem Potenzial eine praktikable Lösung wird, die echten Mehrwert im Unternehmen schafft.

Exkurs: Krypto und der Fiskus

Mit zunehmender Bedeutung von Krypto ist die Frage zu klären, wie Kryptowerte steuerlich zu behandeln sind. Grundsätzlich gilt: Virtuelle Währungen stellt der Fiskus den gesetzlichen Zahlungsmitteln gleich, soweit sie von den an der Transaktion Beteiligten als alternatives vertragliches und unmittelbares Zahlungsmittel akzeptiert worden sind und ausschließlich der Verwendung als Zahlungsmittel dienen. 

Werden diese also im Unternehmenskontext verwendet, gilt uns unbedingt einen Blick auf die GmbH Steuern zu werfen. Hier sollte sich mit einem Steuerberater auseinandergesetzt werden.

Wer professionell mit Krypto arbeitet und daraus Einkünfte erzielt, gilt er nach Ansicht der Finanzverwaltung als Gewerbetreibender und muss seine Gewinne entsprechend versteuern. Auch Unternehmen, die Kryptowährungen nutzen, müssen vor allem mögliche ertrag- und umsatzsteuerliche Folgen beachten. 

  • Umsatzsteuer: Virtuelle Währungen stellt der Fiskus umsatzsteuerlich den gesetzlichen Zahlungsmitteln gleich, soweit sie von den Transaktionsbeteiligten als alternatives vertragliches und unmittelbares Zahlungsmittel akzeptiert worden sind und ausschließlich der Verwendung als Zahlungsmittel dienen. 
  • Ertragsteuer: Bei der ertragsteuerlichen Behandlung von Einkünften aus Kryptowährungen ist zu unterscheiden, ob sie innerhalb des Betriebsvermögens oder im Privatvermögen anfallen. 

Der Bundesfinanzhof hat inzwischen klargestellt, dass Kryptowährungen Wirtschaftsgüter sind, die bei einer Anschaffung und Veräußerung innerhalb eines Jahres als privates Veräußerungsgeschäft zu besteuern sind (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG).

Danach unterliegen Gewinne aus Kryptowährungen von Kapitalgesellschaften und gewerblichen Personenunternehmen als Einkünfte aus Gewerbebetrieb grundsätzlich der Körperschaft- bzw. Einkommensteuer sowie der Gewerbesteuer. Veräußerungsverluste können allerdings mit den Veräußerungsgewinnen verrechnet werden.

Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen im Privatvermögen sind prinzipiell nur dann einkommensteuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als ein Jahr beträgt (§§ 22 Nr. 2, 23 EStG). Wer nach der Haltefrist von einem Jahr verkauft, muss keine Steuern zahlen, egal wie hoch der Gewinn ausfällt.

Fazit zu Krypto-Assets im Unternehmen

Schon längst gelten Krypto-Anwendungen nicht mehr nur als Spielfeld für privilegierte global operierende Player. Inzwischen bieten sie branchenübergreifend auch Unternehmen unterschiedlicher Größen und Geschäftsmodelle vielfältige Chancen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren nachhaltig von nahezu unbegrenzten Möglichkeiten wie Transparenz, höherer Sicherheit oder effizienteren Prozessen.

Auch wenn die vorhandenen Vorteile und Chancen von Kryptoanwendungen zumeist überwiegen, sollten Unternehmen die Risiken unbedingt im Auge behalten. Das betrifft insbesondere den Umgang mit volatilen Kryptowährungen wie Bitcoin.

Glossar zu wichtigen Begriffen der Krypto-Welt

  • Bitcoin: Weltweit stärkste und bedeutendste Kryptowährung auf der Basis einer Blockchain. 
  • Distributed-Ledger-Technologie (DLT): Spezielle Technologie, durch die Datenhaltung in dezentralen verteilten Netzwerken ermöglicht wird.
  • Fiatgeld: Ungedecktes Zahlungsmittel ohne eigenen inneren Wert, das von Staaten und Zentralbanken „künstlich“ geschaffen und kontrolliert wird.
  • Hash: Eindeutige kryptografische Zeichenfolge, die in einer Blockchain mithilfe von mathematischen Funktionen aus verschiedensten Daten generiert wird.
  • Knoten: Vielzahl an Rechnern in einem Netzwerk von Computern. 
  • Ledger: Netzwerk von Computern.
  • Mining: Prozess, in dem neue Blöcke generiert und Transaktionen überprüft und bestätigt werden.
  • Node: Ein Computer, der am Netzwerk einer Blockchain teilnimmt und Daten speichert oder validiert. 
  • Proof of Work (PoW): Konsensmechanismus, um mit Rechenleistung neue Blöcke zu erzeugen 
  • Non-Fungible Token (NFT): Digitales Dokument zum Nachweis von einzigartigen Vermögenswerten (z.B. Kunst, Musik, Sammlungen). 
  • Peer-to-Peer(P2P): Vielzahl von Rechnern (Knoten) mit inhaltlich exakt identischen (gespiegelten) Daten.
  • Smart Contract: Selbstausführender Vertrag nach den in der Blockchain codierten Regeln
  • Stablecoin: Kryptowährungen, deren Wert an stabile Referenzen (z. B. US-Dollar) gekoppelt sind.
  • Staking: Sperren von Token, um das Netzwerk zu sichern. 
  • Token(isierung): Prozess, in dem reale Vermögenswerte (z.B. Immobilien, Kunstwerke, Patente) digital in einen „Token“ auf der Blockchain überführt werden.
  • Stablecoin: Kryptowährungen, deren Wert an eine stabile Referenz (z. B. US-Dollar) gekoppelt ist.
  • Wallet: Digitale „Geldbörse“, die das Senden und Empfangen von Kryptowährungen ermöglicht. 

Häufig gestellte Fragen

Was sind typische Blockchain Projekte in Unternehmen?
Blockchain Projekte reichen von Zahlungsabwicklungen über Smart Contracts bis zur Lieferkettenüberwachung. Unternehmen setzen sie ein, um Prozesse zu automatisieren, Transparenz zu erhöhen und Manipulationsrisiken zu reduzieren.
Wie beeinflussen Kryptowährungen im Unternehmen den Geschäftswert?
Kryptowährungen im Unternehmen können den Geschäftswert positiv beeinflussen, wenn sie effizient eingesetzt werden. Sie ermöglichen neue Erlösmodelle, senken Transaktionskosten und stärken die Innovationskraft, erhöhen aber auch Bewertungsanforderungen und Risiken.
Wie werden Krypto Assets im Unternehmen bilanziell und strategisch behandelt?
Krypto Assets gelten als Wirtschaftsgüter und müssen korrekt dokumentiert werden. Ihre Einordnung im Betriebsvermögen beeinflusst Besteuerung, Buchhaltung und Unternehmensstrategie und erfordert klare interne Richtlinien.
Über den Autor
Merkel Autor auf Unternehmer Radio
Ass. jur. Joachim Merkl

Justiziar / Syndikusanwalt

Joachim Merkl ist Voll-Jurist und erfahrener Autor mit einem Schwerpunkt auf Unternehmensnachfolge und Erbrecht. Nach seinem Jura-Studium an der Universität zu Köln arbeitete er viele Jahre erfolgreich als Wirtschafts- und Finanzjournalist für renommierte Medien wie „Capital”, „Finanztest” und das Wirtschaftsmagazin „DM”. Außerdem war Joachim Merkl als Justiziar und Rechtsanwalt tätig. Seit 2010 berät er KMU zu Forschungs- und Innovationsvorhaben sowie in Fragen der Projektfinanzierung. Als Autor veröffentlichte er zahlreiche Fachbücher, die sich u.a. praxisnah mit Themen zur Unternehmensgründung, zum Arbeitsrecht sowie der Finanz- und Vermögensplanung auseinandersetzen.

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