Wie Sie eine Website verkaufen: Schritt für Schritt

Besitzer einer erfolgreichen Website wissen, dass nach der anfänglichen Euphorie und Motivation vor allem eines übrig bleibt: Jede Menge Arbeit und Zeitaufwand, welche kontinuierlich in das Fortbestehen der Website investiert werden müssen. Während die einen es genießen anschließend regelmäßig die Ernte ihrer Arbeit einzufahren und die eigene Website stetig weiter zu optimieren und voranzutreiben, liebäugeln die anderen mit der Idee, das eigene Webprojekt einfach zu verkaufen. Dennoch fragen sich an dieser Stelle viele: Macht es als Websitebetreiber überhaupt Sinn die eigene Website zu verkaufen, wo doch so viel Schweiß und Aufwand dahinter stecken? Viele erkennen dabei garnicht die Chancen und Möglichkeiten, die sich durch den Verkauf der eigenen Website ergeben oder fürchten sich vor der eigenen Unerfahrenheit bei der Veräußerung von Webprojekten.

Doch inwiefern lohnt sich der Verkauf der eigenen Website überhaupt?

 

Es gibt die unterschiedlichsten Beweggründe warum sich Unternehmer für die Veräußerung ihrer Website entscheiden. Insbesondere die Verkaufssumme wird dabei von außen häufig als ein entscheidender Faktor angesehen. Und obwohl diese häufig auch eine sehr zentrale Rolle spielt, gibt es darüber hinaus aber noch einige weitere gute Gründe für einen Verkauf.

 

GRUND 1: Die Verkaufssumme

Gerade wenn eine Website ein hohes Potenzial besitzt, also beispielsweise guten Content und viel Traffic zu bieten hat oder bereits Einnahmen einfährt, kann der Verkaufspreis ein ausschlaggebender Faktor sein, die eigene Website zu verkaufen.

Denn insbesondere die Startphase eines Webprojektes bildet für viele eine der größten Hürden bei der Realisierung einer eigenen Website, da sie gegebenermaßen eine gewisse Routine und Erfahrung erfordert. Diese Voraussetzungen bringt allerdings nicht jeder Unternehmer mit weshalb viele nur zu gerne bereit sind, ein Projekt, dass bereits über diese Phase hinaus ist, zu kaufen. Für jemanden der eine Website also selbst aufgebaut hat, kann der Verkauf demnach sehr lukrativ sein.

 

GRUND 2: Zeit für neue Projekte

 

Häufig liegt der Grund für einen Verkauf der eigenen Website aber auch schlicht und einfach am Zeitmangel. Insbesondere dann, wenn ein Unternehmer mehreren Webprojekten nachgeht, kann es schonmal passieren, dass für eine bestimmte Website letztendlich die Zeit und Energie fehlt. Schließlich bringt eine Website jede Menge Arbeit mit sich. Von der Pflege des Inhalts, über stetige Optimierungen bis hin zur Vermarktung oder einer ständigen SEO Anpassung kann sich die regelmäßige Arbeit zu einem beachtlichen Aufwand entwickeln.

Oder aber ein neues Projekt ist bereits in Planung und der Verkauf der eigenen Website schafft nicht nur eine finanzielle Basis für den Aufbau einer neuen Website, sondern gibt auch den nötigen zeitlichen Freiraum.

 

GRUND 3: Spaß am Aufbau von Websites

Für manche Unternehmer liegt der Spaß und die Freude aber auch einfach im Aufbau neuer Websites. Häufig kommt es dazu, wenn Unternehmer nach ein paar Webprojekten bereits ein wenig Erfahrung gesammelt und dadurch ihre Kompetenz in diesem Bereich gefunden haben.

Andere Unternehmer hingegen finden ihre Expertise in der langfristigen Betreuung eines Webprojekts, weshalb ein Verkauf der eigenen Website häufig für beide Parteien einen guten Deal darstellt.

 

Was gilt es beim Verkauf der eigenen Website zu beachten?

Beim Verkauf der eigenen Website ergeben sich für viele Unternehmer oftmals eine Reihe von Ungewissheiten. Sie sind sich unsicher, was alles in den Vertrag aufgenommen werden muss, wie das Webprojekt überhaupt an einen Käufer übertragen werden kann oder haben keinerlei Erfahrung mit dem Festsetzen eines Verkaufspreises. Insbesondere letzteres spiegelt oftmals eines der größten Hindernisse bei der Veräußerung dar. Das Bewerten der eigenen Website muss schließlich ganz objektiv durchgeführt werden. Eigene Emotionen dürfen hier nur eine untergeordnete Rolle spielen. Deshalb ist es für Verkäufer wichtig, sich bei der Preisfindung an rationalen Eckpunkten zu orientieren, die das festlegen einer gerechtfertigten Summe ermöglichen.

 

Verkaufspreis festlegen

Beim Verkauf der eigenen Website spielt vor allem die Preisverhandlung in der Regel eine zentrale Rolle. Schließlich möchte man als Verkäufer einen möglichst hohen Gewinn erzielen, während Interessenten am liebsten so wenig wie möglich für eine Website hinblättern möchten. Um dennoch auf einen Nenner zu kommen, ist es daher wichtig einen gerechtfertigten und fairen Preis zu ermitteln, der beide Seiten zufrieden stellt.

Die Festlegung eines geeigneten Verkaufspreises hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab.

 

  • SEO Metriken: Sichtbarkeitsindex, die Domainpopularität, die Rankings in Google, Traffic etc.
  • optischer Eindruck: Design, Usability, Nutzerfreundlichkeit, Nachvollziehbarkeit etc.
  • Markt: bestehende Nachfrage, Möglichkeit für Umsätze und Gewinne, eigene Reputation etc.
  • Alleinstellungsmerkmale: Abgrenzung von der Konkurrenz, innovative Elemente, hoher Kundennutzen etc.
  • Gewinne: hohe Umsätze, regelmäßige Erträge, Potential zur Gewinnsteigerung, Möglichkeiten des Ausbaus der Website etc.

 

Andererseits gibt es natürlich aber auch Faktoren, die den Preis einer Website mindern können, wie z. B.

 

  • Kein angemessenes Verhältnis zwischen finanziellen Investitionen und Ertrag
  • Hoher zeitlicher Aufwand
  • Geringer Traffic
  • Schlechte SEO Metriken

 

Deshalb sollte jeder Verkäufer seine Website vor dem Inserieren unbedingt erst einmal überprüfen und eventuelle unnötige Wertminderungen beheben. Damit kann man schließlich nicht nur leichter potentielle Käufer finden, sondern auch eine weitaus höhere Verkaufssumme ansetzen.

Checkliste zum Verkauf einer Website

Über das Festlegen des Verkaufspreises hinaus, gibt es aber auch noch weitere zusätzliche Faktoren die bei der Veräußerung einer Website eine wichtige Rolle spielen.

Gerade diejenigen, die zum ersten Mal eine Website verkaufen, fühlen sich oft in fast jedem Aspekt der Verhandlungen unsicher. Eine Checkliste, die alle wesentlichen Punkte von der Preisverhandlung bis zur Übergabe und dem weiteren Support beinhaltet, kann da eine gute Hilfestellung sein. Als Verkäufer können Sie sich an dieser Checkliste orientieren, wenn Sie den Verkauf ohne externe Hilfe aber trotzdem professionell über die Bühne bringen wollen.

✔​ ​PREISVERHANDLUNG
Am Anfang steht natürlich immer die Preisverhandlung. Einigen Sie sich dafür mit dem Interessenten auf einen Wert der euch beide zufrieden stellt. Der in Ihrer Anzeige genannte Wunschpreis sollte dabei die Grundlage für die Preisverhandlung bieten.

Tipp: Auch wenn es verlockend sein mag, einen hohen Preis anzusetzen, bleiben Sie dem Käufer gegenüber fair. Wenn Sie einen realistischen Kaufpreis verlangen, steigt zudem die Zahl der Interessenten an Ihrer Website.

✔​ ​VERTRAG​
Konnten Sie sich mit dem Interessenten auf eine Verkaufssumme einigen, ist als nächstes der Vertrag dran. Einer von Ihnen beiden muss dafür ein offizielles Dokument aufsetzen, dass alle wesentlichen Punkte der Übergabe Website beinhaltet. Für die Rechtskräftigkeit benötigt der Vertrag die Unterschrift beider Parteien und sowohl Sie als auch der Käufer erhalten eine Kopie für die eigenen Unterlagen.

Tipp: Auf vielen Seiten im Netz oder auch auf Plattformen wie Projektify kann man explizit dafür Musterverträge downloaden, die anschließend nur auf den eigenen Bedarf ausgerichtet werden müssen.

✔​ ​ZAHLUNG​
Nachdem Ihre Website mit der Unterzeichnung des Vertrags an den Käufer übergeben wurde, muss dieser den verhandelten Verkaufspreis zahlen. Ob die Zahlung dabei vorab oder zu festgelegten Teilen vor oder nach der Übergabe geleistet werden muss, hängt dabei davon ab, was Sie mit dem Käufer vorher vertraglich vereinbart haben.

Tipp: Ein Vertrag gilt als Rechnung, weshalb Sie eine zusätzliche separate Rechnung nur auf expliziten Wunsch des Käufers ausstellen müssen.

✔​ ​WEBSITE​ ​ÜBERGABE
Erst nach Unterzeichnung des Vertrags und Leistung der vereinbarten Zahlung findet die Übergabe der Website statt. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann das Webprojekt beispielsweise einer der beiden Parteien per FTP auf den Webspace des Käufers übertragen werden. Andererseits besteht aber auch die Möglichkeit einfach den gesamten Hosting-Vertrag auf den Käufer zu überschreiben.

Tipp: Legt die Option, für die sich der Käufer Ihrer Website entscheidet, ebenfalls vorher vertraglich fest, damit es bei der späteren Übertragung nicht zu vermeidbaren Problemen kommt.

✔​ ​SUPPORT
Nach der Übertragung ist der Verkauf Ihrer Website eigentlich abgeschlossen. Viele Websitebetreiber wollen aber auch nach der Übergabe sicher gehen, dass ihr Projekt weiterhin Erfolg hat. Deshalb wird in Verträgen immer häufiger auch der anschließende Support durch den Verkäufer mit aufgenommen. Während der Käufer so von der Erfahrung des Verkäufers profitiert und einen leichteren Start hat, kann der Verkäufer sich langsam und guten Gewissens aus dem Business zurückziehen.

Tipp: Auch wenn der Support eine gut gemeinte Hilfestellung ist, spiegelt er dennoch einen Eingriff in das Business des neuen Website Besitzers wieder. Deshalb lohnt es sich auch hier, die genaue Art der Unterstützung, also z.B. die Beantwortung offener Fragen, die sich noch ergeben, bereits vorab im Vertrag festzuhalten.

Fazit

Auch wenn viele Unternehmer mit dem Gedanken des Verkaufs ihrer Website spielen, so fürchten sich dennoch viele vor dem Aufwand und der eigenen fehlenden Erfahrung in diesem Bereich. Dabei muss eine Veräußerung garnicht so kompliziert sein. Auf einer passenden Plattform inseriert und mit den wichtigsten Meilensteinen an der Hand kann auch jeder Verkäufer selbst die Übertragung seiner Website in die Hand nehmen. Neben der eingenommen Verkaufssumme und dem Wegfall des alten zusätzlichen Arbeitsaufwands kann er zudem von der gewonnen freien Zeit profitieren und sich neuen Projekten widmen, während auf der anderen Seite ein zufriedener Käufer eine erfolgreiche Website sein Eigen nennen darf.