KfW-Firmenübernahme: Finanzielle Unterstützung für den erfolgreichen Unternehmenskauf

KfW-Firmenübernahme: Finanzielle Unterstützung für den erfolgreichen Unternehmenskauf
Zentrale Fragen des Verkaufsprozesses
Inhaltsverzeichnis
Noch immer nicht verkauf

Die KfW-Firmenübernahme kann eine hilfreiche Option sein, denn wer ein Unternehmen übernehmen will, braucht neben einer kreativen Begabung vor allem ausreichend Kapital, um die Nachfolge zu finanzieren. Die KfW Bankengruppe des Bundes unterstützt Gründungs- und Übernahmeprojekte finanziell mit maßgeschneiderten, zinsgünstigen Kreditprogrammen. Diese Programme sind darauf ausgerichtet, Unternehmern den Einstieg zu erleichtern und eine solide finanzielle Grundlage für die Anfangsphase zu schaffen.

Zusätzlich zu den finanziellen Mitteln bietet die KfW auch Beratungsdienste an, um sicherzustellen, dass die Übernahme strategisch und wirtschaftlich sinnvoll gestaltet wird. Durch diese ganzheitliche Unterstützung können potenzielle Unternehmensnachfolger nicht nur die erforderlichen finanziellen Ressourcen sichern, sondern auch wertvolles Wissen und Expertise erlangen, um ihr neues Unternehmen erfolgreich zu führen und weiterzuentwickeln.

Fallbeispiel zur Veranschaulichung:

Die Biografien von Unternehmern verlaufen oft nach ähnlichem Muster. Vor allem in der Startphase stehen sie immer wieder vor neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. So auch die Freunde Jens, Paul und Leonie, die sich bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit kennen. Während Jens kürzlich ein Informatikstudium absolvierte, schlossen Paul einen Diplomstudiengang in Ingenieurwissenschaften und Leonie ein Masterstudium in Betriebswirtschaft ab. Bei einem Treffen des Trios wurde schnell klar, dass sie ihre beruflichen Pläne am liebsten gemeinsam umsetzen wollen.

Da sich die Ausbildungen der drei Freunde auf optimale Weise ergänzen, planen sie, sich mit ihrem speziellen fachlichen Knowhow als Jungunternehmer zu betätigen. Als tragfähiges Konzept für eine Geschäftsidee favorisieren sie die Entwicklung und Produktion sowie den Vertrieb von elektronischen Bauteilen. 

Als Option für den beruflichen Einstieg ziehen sie zunächst sowohl eine Neugründung als Start-up oder die Übernahme eines bestehenden Unternehmens in Erwägung. Da sie jedoch eine zeitnahe Umsetzung ihres Projekts favorisieren, entscheiden sie sich letztlich gegen ein Start-up. Sie beschließen, ein Unternehmen zu finden, das ihre Anforderungen erfüllt und zum Verkauf steht.

Was fehlt, sind die notwendigen finanziellen Mittel, um einen soliden und zukunftsfesten Betrieb auf die Beine zu stellen. Darum gilt es zunächst, die Finanzierung ihres Projekts in trockene Tücher zu bringen. Dabei ist der Gang zur Bank obligatorisch. Bei der Online-Suche nach günstigen Darlehen mit Top-Konditionen stößt Paul über die Website der Förderdatenbank des Bundes unter der URL „www.foerderdatenbank.de“ auf die Webseite „www.kfw.de“ der KfW Bankengruppe.

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Förderkredite für Nachfolger durch die KfW 

„Wir fördern Perspektiven.“ So lautet die Devise der KfW Bankengruppe. Hinter dem Kürzel „KfW“ verbirgt sich seit den Anfängen vor 75 Jahren der etwas sperrige Name „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. 

Heute ist die KfW nach eigenen Angaben eine der führenden Förderbanken weltweit. Im Auftrag des Bundes und der Länder setzt sie sich dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen zu verbessern. Rund um den Globus ist sie an 80 Standorten vertreten, um Ihre Funktionen auszuführen und Unternehmen beim Aufbau und der Weiterentwicklung zu unterstützen. In 2022 belief sich das Fördervolumen der KfW auf knapp 167 Milliarden €.

Die 1948 gegründete KfW besitzt weder Filialen und noch verfügt sie über Kundeneinlagen. Am Stammsitz in Frankfurt am Main und in den beiden Niederlassungen in Berlin und Bonn sowie in den Tochterunternehmen sind mehr als 7.700 Beschäftigte für die Bankengruppe tätig. 

Im Rahmen ihrer strategischen Ausrichtung hat sich die KfW auch der Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen verschrieben. In diesem Kontext werden Neugründungen ebenso gefördert wie der Einstieg in ein vorhandenes Unternehmen etwa durch eine Unternehmensnachfolge.

Nachdem sich Jens, Paul und Leonie allgemein über die einschlägigen KfW-Förderprogramme informiert haben, möchten sie nun wissen, über welche Fördermittel bekommen können und welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen müssen. 

Das Förderprogramm “ERP*-Gründerkredit – StartGeld” ist für das Vorhaben des Gründer-Trios relevant.

Welche Unternehmer werden gefördert?

Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen stehen grundsätzlich öffentliche Fördermittel des ERP*-Gründerkredits für die Finanzierung einer Nachfolge zur Verfügung. Jedoch besteht kein Anspruch auf Förderung. Vielmehr entscheidet die KfW aufgrund ihres Ermessens im Rahmen der verfügbaren Mittel.

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Dr. Rainer Ammon
Unternehmenswert-Experte
Dr. Rainer Ammon Bewertungsexperte Unternehmer Radio

Was wird für Unternehmen gefördert?

In der Förderung der KfW-Firmenübernahme werden zwei zentrale Aspekte berücksichtigt. Zum einen liegt ein Fokus auf der Finanzierung von Investitionen sowie der Deckung laufender Kosten. Dies bedeutet, dass Unternehmen Unterstützung erhalten können, wenn es um den Erwerb neuer Ausrüstung, Technologie oder andere wesentliche Investitionen geht, die für das Wachstum und den Betrieb notwendig sind. Ebenso beinhaltet dies die Unterstützung bei alltäglichen Ausgaben, die zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs erforderlich sind.

Zum anderen richtet sich die Förderung an Existenzgründer, sowohl im Neben- als auch im Vollerwerb, und zielt darauf ab, ihnen in den ersten fünf Jahren nach der Unternehmensgründung Stabilität und Wachstum zu ermöglichen. Diese Unterstützung ist entscheidend, da die Anfangsjahre oft die herausforderndsten sind. Die Hilfe erstreckt sich nicht nur auf die Gründungsphase, sondern auch auf die anschließende Festigungsphase, in der das Unternehmen sich am Markt etablieren und ein nachhaltiges Wachstum erreichen soll.

Grundsätzlich fördert die KfW folgende Maßnahmen:

  • Investitionen: z.B. die Anschaffung von Anlagen, Maschinen, Hard- und Software, Immobilien und Betriebsfahrzeugen
  • Betriebsmittel: z.B. Personal-, Beratungs-, Marketing- und Mietkosten
  • Material- und Warenlager
  • Kauf eines Unternehmens oder Unternehmensanteils, soweit damit eine Geschäftsführerfunktion verbunden ist.

Wie wird für die KfW Firmenübernahme gefördert?

Gründer können einen öffentlich geförderten Kredit bis zu 125.000 € für Ihr Vorhaben erhalten. Findet die Gründung durch ein Team statt, kann jeder einzelne Gründer bis zu 125.000 € beantragen. Der effektive Jahreszins für das Darlehen beträgt aktuell 4,14 %. Das Darlehen wird über die Hausbank abgewickelt.

Welche Vorteile bietet das „StartGeld“?

  • Der vergünstigte Zinssatz für den Kredit liegt unter dem marktüblichen Niveau.
  • Die KfW übernimmt gegenüber der betreffenden Bank 80 % des Kreditrisikos. Das erleichtert den Kreditzugang. 
  • Gründer benötigen kein Eigenkapital.

Eckpunkte zum ERP-Gründerkredit

  • Der Kreditbetrag wird zu 100 % ausbezahlt.
  • Die Auszahlung des Kredits beträgt bis zu 100 % der Investitionskosten und Betriebsmittel.
  • Von der maximalen Kredithöhe von 125.000 € können bis zu 50.000 € für Betriebsmittel verwendet werden.
  • Der Kredit kann innerhalb von 9 Monaten nach erfolgter Zusage abgerufen werden.
  • Eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,15 % pro Monat wird ab dem sechsten Monate und zwei Bankarbeitstagen nach erfolgter Zusage erhoben.
  • Die Rückzahlung des Kredits erfolgt über die Hausbank. 
  • Bei einer Laufzeit und Zinsbindung des Kredits von fünf Jahren beträgt die anfängliche tilgungsfreie Zeit ein Jahr, bei einer 10-jährigen Laufzeit zwei Jahre.
  • Eine außerplanmäßige Tilgung kann jederzeit gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung erfolgen.
  • Jeder Gründer haftet persönlich für Rückzahlung des Kredits.

Fazit zur KfW-Firmenübernahme

Nach ihrer Recherche zu den Fördermitteln können die drei Gründer Jens, Paul und Leonie im Rahmen eines ERP-Gründerkredits jeweils ein Förderdarlehen in Höhe von bis zu 125.000 € beantragen. Die Gesamtfördersumme für ihr Vorhaben beträgt demnach maximal insgesamt 375.000 €, sofern alle Voraussetzungen vorliegen.

Weitere Darlehen für Unternehmensübernahmen mit einem Volumen von bis zu 25 Millionen € fördert die KfW mit folgenden Programmen:

  • ERP-Förderkredit KMU: für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler/innen
  • KfW-Förderkredit großer Mittelstand: für große Unternehmen bis zu 500 Millionen € Jahresumsatz

*ERP =European Recovery Program (Europäisches Wiederaufbauprogramm