Zeit gewinnen für die Firmenübergabe mit Stefan Merath zu Gast beim Unternehmer Radio

Fühlen Sie sich als hätten Sie zu wenig Zeit, um sich um die eigene Firmenübergabe zu kümmern? Dann geht es Ihnen wie vielen andern Unternehmern. In diesem Interview erfahren Sie von Stefan Merath, wie Sie dieses Problem lösen können.

 

Die Firmenübergabe: In 5 Schritten vorgehen, mit mehr Zeit und Aufmerksamkeit auf die Unternehmensnachfolge

  1. Entwickeln Sie ein Rollenverständnis für Fachkraft-, Manager- und Unternehmeraufgaben
  2. Fokussieren Sie sich auf Ihre unternehmerische Aufgabe und übertragen Sie entsprechende Aufgaben auf Fachkräfte und Manager
  3. Nutzen Sie die gewonnene Zeit, um Ziele und Pläne für die Zeit nach der Firmenübergabe zu entwickeln
  4. Machen Sie sich klar, dass Ihr zukünftiger Nachfolger Ihr Kunde ist und handeln Sie entsprechend, um Ihr Unternehmen übergabefähig zu machen
  5. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für den Prozess der Firmenübergabe, um neue Interessen zu entwickeln, damit Sie die Zeit nach der Übergabe mit schönen Dingen füllen können. Das gibt Ihnen die nötige Motivation und nimmt Ihnen (sofern vorhanden) die Angst vorm „Loslassen“.

Die Konzentration auf die unternehmerischen Aufgaben, schafft Zeit für die Planung der Firmenübergabe

Wenn Sie mit Ihrer Firma ein übergabefähiges und eigenständiges System entwickeln möchten, ist es wichtig ein neues Rollenverständnis zu entwickeln. Diese Rollen lauten:

1) Fachkraft: Die Mitarbeiter, welche die Arbeit zur Umsetzung des Produktes oder Dienstleistung übernehmen.

2) Manager: Die Mitarbeiter, welche die Arbeitsabläufe strukturieren und organisieren, damit mehrere Fachkräfte zusammenwirken können.

3) Der Unternehmer, der die Energie, die Vision und die Entwicklung des Unternehmens vorantreiben muss. Ein angenehmes Arbeitsklima, Wachstum und die Weiterentwicklung des Unternehmens soll dadurch sichergestellt sein.

Wer sich als Unternehmer zu viel auf Fachkraft- und Manageraufgaben konzentriert, findet sich eines Tages im Hamsterrad wieder. Dadurch fehlt die Zeit, um das Unternehmen weiter zu entwickeln und sich um die eigene Firmenübergabe zu kümmern.

Der erste Schritt dieses Hamsterrad wieder zu verlassen, besteht darin eine Achtsamkeit für diese drei unterschiedlichen Rollen zu entwickeln. Dadurch können nicht-unternehmerische Aufgaben besser identifiziert werden.

Im zweiten Schritt gilt es die nicht-unternehmerischen Aufgaben an einen Mitarbeiter oder externen Dienstleister zu übergeben. Fokussieren Sie sich dabei zunächst auf die Aufgaben, die am schnellsten und einfachsten übertragbar sind.

Dadurch entsteht Freiraum, um sich auf die Strategie des Unternehmens und die eigene Firmenübergabe zu konzentrieren. Bei Unternehmen  mit weniger als fünf Mitarbeitern kann es schwer werden die Fachkraft- und Manageraufgaben loszuwerden. Bei Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern sollte dann die Zeiteinteilung wie folgt aussehen: 70% Unternehmeraufgaben, 30% Manageraufgaben und nach Möglichkeit keine Fachkraft-Aufgaben.

Wie Sie Fachkraft- und Manageraufgaben identifizieren und an Ihre Mitarbeitern übertragen, erfahren Sie in diesem Videokurs:

Die Firma ist das Produkt des Unternehmers

Um die Aufgabe der Unternehmensnachfolge besser zu verstehen, lohnt sich ein Perspektivenwechsel. Fachkraft (FK) und Manager (M) arbeiten im (!) Unternehmen, der Unternehmer arbeitet am (!) Unternehmen. Das bedeutet, dass FK und M am Produkt oder der Dienstleistung des Unternehmens arbeiten und somit den Käufer bzw. den Kunden des Produktes oder der Dienstleistung bedienen.

Angenommen es handelt sich um ein Unternehmen das Software Lösungen produziert. Dann ist das Produkt von FK und M die zu verkaufende Software Lösung. Das Produkt des Unternehmers hingegen ist nicht die Software Lösung, sondern die Software Firma. Der Kunde dieses Produktes, sprich der Software Firma, ist somit der Unternehmensnachfolger.

Das bedeutet, dass es die Aufgabe des Unternehmers ist, mit dem Unternehmen ein übergabefähiges System zu schaffen, das ein Nachfolger weiterführen kann. Deswegen ist es ratsam, die Übergabefähigkeit dadurch zu fördern, das FK- und M-Aufgaben so früh wie möglich an Mitarbeiter übertragen werden. Die Nichtbeachtung dieser Rolleneinteilung kann dazu führen, dass der Unternehmer zum „Sklaven“ seines eigenen Unternehmens wird, weil alles über seinen Schreibtisch und durch seinen Kopf muss, damit es in der Firma voran geht. Wobei der Weg in die Selbstständigkeit häufig einst das Motiv hatte, mehr Freiheit zu erlangen.

Um diese Freiheit zurück zu erlangen, müssen zum einen die FK- und M-Aufgaben übertragen werden und zum anderen an einer Strategie gearbeitet werden, die das Unternehmen klar positioniert, so dass möglichst viele Kunden von allein auf das Unternehmen aufmerksam werden.

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Vom gescheiterten Unternehmer zum Bestseller-Autor

Stefan Merath gründete sein erstes Unternehmen vor 20 Jahren im IT-Bereich. 2003 kam dann der große Rückschlag. Das Unternehmen, das mittlerweile auf 30 Mitarbeiter gewachsen ist, musste Insolvenz anmelden. Warum das passiert ist, war zunächst völlig unklar. Also begab sich Stefan Merath in ein intensives Selbststudium, um die Aufgaben des Unternehmers besser zu verstehen. Mit 150 gelesenen Büchern, 10 Seminaren und mehrere Coachings pro Jahr, entwickelte sich der gescheiterte Unternehmer zum Experten und dreifachen Bestseller-Autor.

Davon bekamen auch Freunde mit, die selbst kurz vor der Insolvenz standen und Stefan Merath um Rat gefragt haben. Das war dann der Startschuss seiner Karriere als Unternehmercoach. Nach der Firmenübergabe seines zweiten Software Unternehmens, gründete er 2007 die Unternehmercoach GmbH, die heute über 20 Coaches beschäftigt.

Seine Mission: Unternehmern zu helfen, das Unternehmen so systematisch aufzubauen, dass es eine wirkliche Bedeutung für Sie hat. Sodas Sie sagen können: „Unternehmer sein, ist die geilste Lebensform der Welt.“

Der Hauptgrund für das damalige Scheitern ergab sich daraus, dass die Aufgaben als Unternehmer nicht klar waren. Unternehmen, die aus der Selbständigkeit heraus gegründet werden, wachsen nach einer Zeit auf fünf bis zehn Mitarbeitern an. Dadurch verändern sich auch die Aufgaben des damaligen Selbständigen. Wer diese Veränderung der Aufgaben nicht wahrnimmt, beschäftigt sich weiterhin mit vielen ausführenden Tätigkeiten. Dadurch kann es zur Überlastung des Unternehmers führen, wodurch die gesamte Führung und Entwicklung des Unternehmens vernachlässigt wird.

Die Folgen sind weitreichend und greifen tief in das Privatleben des Unternehmers: Burnout, persönliche Unzufriedenheit, Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern und Chaos im ganzen Unternehmen.

Was die Vision mit der Firmenübergabe zu tun hat

Das Thema Vision wird in einigen Unternehmen ernst genommen, bei anderen hat es weniger Relevanz. Dennoch etabliert sich eine Vision und Unternehmenskultur oft organisch, indem sich das Unternehmen an den eigenen Lebensstil des Unternehmers anpasst. An diesem Punkt ist es wichtig, dass der zukünftige Nachfolger nach der Firmenübergabe bereit ist, diese Kultur und Vision mitzutragen. Veränderungen sollten hier schrittweise vom Nachfolger angegangen werden, um plötzlichen Widerstand der Mitarbeiter möglichst zu vermeiden.

Hier ergibt sich ein Vorteil für die familieninternen Nachfolge. Denn wenn das Unternehmen das Produkt für meinen Nachfolger darstellt, sollte der Alt-Inhaber eine mehrjährige Planung der Firmenübergabe dafür nutzen, das Unternehmen auf die Bedürfnisse des Nachfolgers anzupassen. Das erfordert viel Offenheit vom Alt-Inhaber, kann sich aber sehr positiv auf den Fortbestand der Firma auswirken.

So wird das Loslassen zum Kinderspiel

Die Firmenübergabe wird leider oft zu spät angegangen. Der Grund dafür kann darin liegen, dass der Unternehmer zu sehr in FK-Aufgaben involviert ist, wodurch ein Zeitmangel entsteht, der keine Gedanken zur Unternehmensnachfolge zulässt. Darüber hinaus, ist es auch ein schmeichelndes Gefühl, wenn der Mensch weiß, dass man im Betrieb unersetzlich ist. Es gibt uns die Anerkennung und die Bestätigung, dass wir gebraucht werden. Das wirkt sich zwar positiv auf das Selbstwertgefühl aus, kann allerdings Probleme mit sich bringen, sobald die Firmenübergabe unmittelbar bevorsteht.

So kann es auch die Befürchtung vor der Leere sein, die unterbewusst dazu führt, dass das Thema Nachfolge lange vor sich her geschoben wird. Der Grund dafür liegt einfach darin, dass die privaten Interessen und Hobbys aufgrund des Zeitmangels immer mehr in den Hintergrund rücken. Wer dem Prozess der Firmenübergabe jedoch frühzeitig mehr Zeit einräumt, hat ausreichend Zeit sich klar zu machen WARUM verkauft werden soll und welche neuen Perspektiven sich dadurch für den Unternehmer nach der Firmenübergabe ergeben.

Für Stefan Merath liegt der Hauptgrund für gescheiterte Unternehmensnachfolgen darin, dass der Alt-Inhaber nach der Firmenübergabe noch zu sehr in den Prozessen des Unternehmens involviert ist und dadurch der oder die Neue Spitze des Unternehmens nicht als Führungskraft akzeptiert wird. Ohne klare Führung und die Akzeptanz des Nachfolgers ist ein Unternehmen zum scheitern verurteilt.

Fazit für die Firmenübergabe:

Stafan Merath rät den Unternehmern, die verkaufen oder übergeben möchten, sich so früh wie möglich von den Fachkraftaufgaben zu lösen und sich stattdessen mehr um die Unternehmeraufgaben zu kümmern, um ein System zu schaffen, dass unabhängig vom Unternehmer selbst funktioniert. Damit steht der Übergabefähigkeit für die Firmenübergabe nichts mehr im Wege.

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