#78 Geld sinnvoll anlegen – mit Sven Lorenz

In diesem Interview mit dem Finanzexperten Sven Lorenz und dem Thema: „Geld sinnvoll anlegen“ erfahren Sie:

  • wie Sie Ihr Geld sinnvoll anlegen und welche Alternativen es außer Immobilien gibt
  • wie Sie Ihr Geld sinnvoll anlegen, um langfristig von den Kapitalerträgen leben zu können.
  • wie Sie den Erlös aus Ihrer Firma nicht ausschließlich für die eigenen Lebenshaltungskosten abschöpfen, sondern auch die Zukunft Ihrer Kinder und Enkelkinder mit absichern oder einen wohltätigen Zweck unterstützen können, sofern gewünscht.
  • warum Sie sich den Wert Ihres Unternehmens sofern Sie es verkauft haben, oder eine größeres Erbe erhalten haben, als Geldsumme vor Augen führen sollten.
  • wieviel Sie investieren müssten, um 10.000 Euro monatlich durch Kapitalerträge zu erwirtschaften?
  • wie attraktive Renditen für das eingesetzte Kapital entstehen?
  • was Risiko am Aktienmarkt bedeutet?
  • warum langfristiges Investieren, sprich Geld sinnvoll anlegen im gehobenen Alter noch sinnvoll ist.

In dieser Episode geht um das Thema: „Das Geld sinnvoll anlegen“. Dazu haben wir uns einen Gast eingeladen, der Ihnen einige Antworten auf diese Frage geben kann. Sven Lorenz aus Dresden blickt auf eine erfolgreiche Karriere als leitender Angestellter einer Bank zurück. Heute entwickelt er individuelle Investitionsstrategien für Menschen mit einem Vermögen ab 1 Mio. Euro. In unserem Interview erzählt er welche Investment-Optionen noch zur Verfügung stehen und wie Sie das Geld sinnvoll anlegen können.

Warum Sie sich den Wert Ihres Unternehmens als Geldsumme immer wieder vor Augen führen sollten

Die Summe die sich aus dem Firmenerlös ergibt, mag für den ein oder anderen gar nicht so entscheidend sein – dennoch ist eine interessante Aussage von Investoren-Legende Warren Buffet: „Du kannst für dein Geld arbeiten oder dein Geld arbeitet für dich.“

Wenn der Prozess „Firma verkaufen“ naht, steht außer Frage, dass man über viele Jahre Zeit, Energie, Liebe und Leidenschaft in das eigene Unternehmen gesteckt hat. So lernt jeder Unternehmer früh, dass die höchste persönlich erzielbare Rendite, meist im eigenen Unternehmen steckt.

Man hat über viele Jahre eventuell Verzicht geübt, um in das Wachstum der Firma zu investieren. Der Wert der Firma steigt. Wenn dann durch den Firmenverkauf plötzlich eine riesige Summe Geld zur Verfügung steht, dann verfällt der Unternehmer in eine Art Schockstarre lt. Sven Lorenz. Aber genau an diesem Punkt gilt es, klug und vorbereitet zu handeln.

Firma verkaufen: Die Geldsumme vor Augen führen!

Diese finanzielle Summe fühlt sich dann schnell überfordernd an – ähnlich wie ein Lottogewinn. Was tu ich nun mit diesem Geld? Wer also noch Zeit hat bis zum Firmenverkauf, der sollte den Wert des Unternehmens auch als Geldsumme visualisieren, um eine plötzliche Überforderung zu vermeiden. In diesem Beitrag wird erklärt wie Sie den Unternehmenswert eigenständig berechnen können.

Das Geld sinnvoll anlegen: Welche Summe müssten Sie für €10.000 monatlichen Kapitalertrag erwirtschaften?

10.000 Euro sollten hier als Beispiel genügen. Grundsätzlich sollte man sich über einen zukünftigen Lebensstandard Gedanken machen. Sollten Sie Selbständig, Angestellt oder Unternehmer sein, so gleicht sich der Lebensstandard oft dem Erfolg an. Möchte man diesen Lebensstandard weiterleben, ergibt sich ein monatlicher Betrag mit dem man kalkulieren kann. Vielleicht kommen aber auch zusätzliche Dinge hinzu, wie Reisen, neue Hobbys, Investition in die Ausbildung der eigenen Kinder und Enkelkinder, monatliche Lebenshaltungskosten, materielle Anschaffungen etc.

Der erste Impuls sagt meist: Ich benötige Summe X, um monatlich Betrag Y abzuschöpfen.

Alternativ zum „Abschöpfen“ könnte man das Geld sinnvoll anlegen, damit der gewünschte monatliche Betrag durch Kapitalerträge erwirtschaftet wird. In unserem Beispiel gehen wir von einer durchschnittlichen Netto-Rendite von 4,8 Prozent aus:

Durchschnittliche Netto-Rendite: 4,8 Prozent
Abgeltungssteuer auf Dividendenerträge: 25 Prozent
Ergibt eine zu erzielende Brutto-Rendite von: ca. 6 Prozent
Gewünschter monatlicher Betrag (netto): 10.000 Euro
Ergibt einen Kapitalbedarf von: 3,5 Mio. Euro

10.000 Euro monatlich durch ein Ertragsmandat bei einer durchschnittlichen Nettorendite von 4,8 Prozent. Wie geht das und was heißt das genau für mich?

Das Geld sinnvoll anlegen: Wie entsteht eine Nettorendite von 4,8 Prozent?

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite? Wenn Sie 1.000 Euro zu einer 3 Prozent Verzinsung einzahlen, dann haben Sie am Ende des Jahres 1.030 Euro. Also beträgt die Bruttorendite = 30 Euro. Das bedeutet: Anlagebetrag + (Anlagebetrag x Zinssatz in Prozent) = Bruttorendite

Bei der Nettorendite werden von der Bruttorendite die Inflation, Steuer und Kosten für Depot sowie Verwaltungskosten abgezogen. Bedeutet: Bruttorendite – Inflation – Steuer – Depotkosten = Nettorendite

Wie kommt es nun zu einer 4,8 prozentigen Nettorendite?

Eine klassische Möglichkeit das Geld sinnvoll anzulegen, um diese Rendite zu erwirtschaften, stellt die Investition in Aktien dar – im speziellen geht es um das Thema Value-Investing. Dieses Konzept wurde von Benjamin Graham, übrigens ein Lehrer von Warren Buffet, entwickelt. Aktien sollten nach seiner Meinung nur unter ihrem fundamentalen Wert gekauft werden. Hier wird das Konzept des inneren Wertes angewandt. Dies besagt, dass einer Aktie ein Wert beigemessen wird, basierend auf der Fundamentalanalyse. Der innere Wert einer Unternehmung kann sich von dem Marktwert, zu welchem es an der Börse gehandelt wird, weit unterscheiden.

Eine zeitlose Lektüre die das Prinzip des Value-Investing sehr treffend beschreibt und keine übermäßig komplizierten Ausdrücke und Formeln verwendet finden Sie hier. Ganz einfach erklärt Peter Lynch wie er zahllose Investmentideen anhand von simplen alltäglich geführten Gesprächen, denen er aufmerksam zugehört hat, entdeckte.

Sven Lorenz ist auch ein Befürworter des Value-Investing-Ansatzes und stellt klar, dass es sich beim Aktienhandel nicht automatisch um risikobehaftete Spekulationen handelt. Sondern es geht vielmehr darum, an der Börse notierte Unternehmen zu identifizieren, die ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell aufweisen und in der Vergangenheit bewiesen haben, dass Sie profitabel wirtschaften und regelmäßig Dividenden zahlen und noch besser, diese stetig erhöht haben.

Die nächste Frage wäre dann, zu welchem Preis kann ich mich an diesem Unternehmen beteiligen, damit ich mein Geld sinnvoll anlegen kann? Und wie bewerte ich die Investition professionell, um das Risiko der Investition abschätzen zu können? Und wäre es nicht vielleicht auch sinnvoll das Risiko auf unterschiedliche Unternehmen bzw. Assets zu verteilen?

An dieser Stelle unterstützt Sven Lorenz mit seinem Team. Sie suchen für Ihre Kunden am Markt attraktive Unternehmen, die:

  • ein möglichst endloses Geschäft haben,
  • die über die letzten Jahre konstant eine sehr gute Entwicklung hinsichtlich Gewinne und Umsätze aufweisen
  • eine stetige sich erhöhende Dividendenzahlung für Ihre Aktionäre bieten können und
  • deren Geschäftsmodell über die nächsten Jahre weiterhin eine attraktive Entwicklung erwarten lässt.

Die Investition erfolgt dann unter der Voraussetzung, dass sich der aktuelle Preis, zu dem man sich an der Aktiengesellschaft beteiligen kann, vom Markt nicht beachtet wurde und folglich eine Unterbewertung aufweist.

Legt man alle Faktoren, wie oben beschrieben zusammen und streut die Investition auf unterschiedliche Unternehmen im Portfolio, dann kann eine Nettorendite von 4,8 Prozent oder höher/niedriger entstehen. Ohne Zweifel ist die Bewertung von Unternehmen im Detail wesentlich komplexer.

Was bedeutet Risiko am Aktienmarkt?

Betrachtet man die vergangenen Kursentwicklungen einiger Unternehmen, dann lässt sich mit Sicherheit folgendes sagen: Es ist immer Bewegung im Aktienmarkt. Es ist besonders dann Bewegung im Aktienmarkt, wenn Investoren auf kurzfristige Gewinne spekulieren. Aber kann man kurzfristige Kurssprünge als Risiko bezeichnen?

Sven Lorenz führt hierfür ein praktisches Beispiel an: Im Jahr 2008, zu Zeiten der Bankenkrise, stand der Deutsche Aktienindex (DAX) einmal bei ca. 8.000 Punkten. Dieser Index ist innerhalb kurzer Zeit auf 3.500 Punkte im März 2009 gesunken.

Wer hatte an dieser Stelle das größere Risiko? Die Anleger, die sofort auf die Bewegung reagiert haben und der Entwicklung gefolgt sind? Oder die, die erst sehr spät reagiert haben? Oder aber die Anleger, die einfach gar nicht reagiert haben und sich emotionslos gezeigt haben und heute von etwa 13.000 Punkten im DAX profitieren?

Angst, Gier, Neid und Hoffnung sind der Treibstoff des Herdentriebs. Und was sind Angst, Gier, Neid und Hoffnung? Emotionen.

Die eigenen Emotionen bestimmen das Risiko.

Wenn die Angst Geld zu verlieren oder die Gier auf schnelle Gewinne das eigene Handeln bestimmen, dann ist das ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Wer fieberhaft vorm Handy sitzt und nervös die Kurse beobachtet, hat Stress und das hat nichts mit dem Thema: „Geld sinnvoll anlegen“ zu tun. Nicht ohne Grund, geben Anleger, die sich selbst hinreichend kennen, die Kontrolle einem Asset-Manager wie Sven Lorenz. Und wir sprechen in diesem Artikel nicht vom kurzfristigen Trading, sondern langfristigen Investments. Da weiß man, dass nach einem Tief in der Regel immer wieder ein Hoch folgen wird – immer die Qualität der Unternehmen im Blickfeld.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten…

#085: IT Unternehmen verkaufen – mit André Achtermeier

IT Unternehmen verkaufen André Achtermeier hat mehrere IT Firmen gegründet und verkauft. Spezialisiert hat er sich deswegen auf den Verkauf von IT Unternehmen. Aber dieses Interview ist nicht nur für IT Unternehmer interessant. Es zeigt auch, welche Fehler VOR und...

#084 + #085: Ein Jahr Urlaub – Unternehmensnachfolge auf Probe – mit René Willnat

Ein Jahr Urlaub! Unternehmensnachfolge auf Probe Es gehört schon einiges an Mut dazu sich für ein komplettes Jahr aus dem Unternehmen zu verabschieden, um die Unternehmensnachfolge mal zu testen. Läuft der Test erfolgreich, ist das der beste Beweis dafür, dass die...

#083: Warum die Stiftung als Nachfolgeregelung immer attraktiver wird

Die Stiftung als Nachfolgeregelung für die Unternehmensnachfolge Der Mangel an Unternehmensnachfolgern verschärft sich in den nächsten Jahren aus unterschiedlichsten Gründen. Laut der KfW werden bis 2022 ca. 500.000 Nachfolger bzw. Käufer für Firmen im Mittelstand...

#082: Kostenlose Werbung – mit PR-König Meinrad Müller

Inspirierend und humorvoll sind die Geschichten von Meinrad Müller mit denen er in über 7.000 erreichten Veröffentlichungen in Presse, Rundfunk und Fernsehen sein Unternehmen bekannt gemacht hat. In unserem Interview holt er einige spannende Geschichten hervor. Viel...