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Meine insolvente Firma/GmbH verkaufen: Eine Anleitung

Immer mehr Firmeninhaber müssen Insolvenz anmelden. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht ergab, dass 98 % der Insolvenzanträge erst ein Jahr nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit eingereicht werden. Hauptgründe sind die Hoffnung auf Besserung der betrieblichen Schieflage, eine Fehleinschätzung der Situation und die Angst vor Bloßstellung. Andere Unternehmer bevorzugen das insolvente GmbH Verkaufen und die sogenannte übertragende Sanierung. Wie Sie Ihre insolvente GmbH verkaufen können, erfahren Sie hier.

 

 

Was versteht man unter Insolvenz?

Ein Unternehmen ist insolvent, wenn:

– es bereits zahlungsunfähig ist
– ihm die Zahlungsunfähigkeit droht
– es überschuldet ist

Bei einer Zahlungsunfähigkeit kann die Firma laut § 17 Abs. 2 InsO ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und stellt die Zahlungen ein. Eine Zahlungsunfähigkeit droht, wenn der Unternehmer voraussichtlich nicht mehr imstande ist, seine anstehenden Verbindlichkeiten zu begleichen (§ 18 Abs. 2 InsO). Von Überschuldung spricht man, wenn die fälligen Verbindlichkeiten durch das vorhandene Vermögen nicht mehr gedeckt werden (§ 19 Abs. 2 InsO).

Als Geschäftsführer haben Sie die Pflicht, ohne schuldhaftes Verzögern innerhalb von drei Wochen nach objektiv gegebener Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung die GmbH insolvent zu melden (§ 15 a Abs. 1 InsO). Tun Sie das jedoch nicht, machen Sie sich der Insolvenzverschleppung schuldig. Im Vorfeld sollten Sie jedoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, die drohende Zahlungsunfähigkeit der Firma abzuwenden. Außerdem können die Gläubiger einen solchen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht stellen.

Die Firmeninsolvenz (Regelinsolvenz) läuft in mehreren Phasen ab. Nach der Anmeldung beim Amtsgericht prüft der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter, ob einer der genannten Eröffungsgründe vorliegt und es noch genügend verwertbares Vermögen (Insolvenzmasse) gibt. Ist das der Fall, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Insolvenzverwalter übernimmt die Firmenleitung und erhält die Verfügungsgewalt über das pfändbare Vermögen. Bei dieser Liquidation (Geschäftsauflösung) kündigt er alle Verträge, verkauft das Firmenvermögen und verteilt den Verkaufserlös an die Gläubiger. Das Insolvenzverfahren ist abgeschlossen, wenn die Firma im Handelsregister gelöscht ist.

Wie die Insolvenz einer GmbH abläuft

In der Zeit zwischen der Antragstellung und der Verfahrenseröffnung haben die GmbH-Gläubiger die Gelegenheit, ihre Forderungen anzumelden. Diese werden vom Gericht geprüft und ins Gläubigerverzeichnis eingetragen. Der Insolvenzverwalter entscheidet nach Sachlage, ob er die GmbH auflöst und in Teilen verkauft oder ob er sie unter eigener Leitung fortführt und saniert. Möchte er die insolvente GmbH verkaufen, muss er einen finanzkräftigen Investor finden, der sie saniert oder die Vermögensteile kauft.

Voraussetzung ist eine gute Vorbereitung der Regelinsolvenz. Dazu zählt die rechtzeitige Veröffentlichung der Handelsbilanz, die Vermeidung von nicht erlaubten Zahlungen bei sich abzeichnenden Zahlungsproblemen und eine tägliche Aktualisierung der Kassenbücher. Wird die GmbH insolvent, sind Sie als Inhaber trotzdem verpflichtet, die Sozialversicherungsbeiträge weiterzuzahlen.

Entscheidet sich der Insolvenzverwalter für die Liquidation der Unternehmung, werden die angemeldeten Forderungen der Gläubiger bearbeitet, juristische Streitigkeiten wegen angeblich vorhandener Forderungen beigelegt und alle Haftungsansprüche gegen die Firma, ihre Gesellschafter und Sie als Geschäftsführer geprüft und bearbeitet. Anschließend verwertet er die Insolvenzmasse und verteilt den Erlös aus den Verkäufen entsprechend dem Gläubigerverzeichnis. Danach wird die Gesellschaft im Register gelöscht.

Was ist Insolvenzverschleppung?

Insolvenzverschleppung liegt vor, wenn der GmbH-Geschäftsführer den Insolvenzantrag später als gesetzlich vorgeschrieben stellt. Wann genau bei einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung die Insolvenzreife eintritt, hängt von der finanziellen Situation des Unternehmens ab. Für den Geschäftsführer kann es jedoch schwierig sein, diesen Zeitpunkt festzustellen: Prüft er die Liquidität der GmbH, muss er auch Verbindlichkeiten einbeziehen, die innerhalb der folgenden drei Wochen bis zur eventuellen Antragstellung fällig werden. Daher kann die Zahlungsunfähigkeit auch früher eintreten. Eine Insolvenzverschleppung ist mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen (Schadenersatzforderungen, Geldstrafen, Haftstrafen bis zu drei Jahren) verbunden. Als Geschäftsführer haften Sie gegenüber der GmbH und ihren Gläubigern vollumfänglich mit Ihrem Privatvermögen.

Den Schadenersatzansprüchen der Gläubiger Ihnen gegenüber könnten Sie nur durch eine Fortbestehungsprognose entgehen. Dazu müssen Sie die finanzielle Situation der GmbH detailliert bewerten. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie schon bei einer drohenden Zahlungskrise einen genauen Liquiditätsplan und Überschuldungsstatus aufstellen und ihn laufend aktualisieren. Als Geschäftsführer haben Sie dafür zu sorgen, dass der Zweck des Insolvenzverfahrens, die Befriedigung der Gläubiger, erfüllt wird. Schützen Sie die Haftungsmasse nicht entsprechend, indem Sie beispielsweise innerhalb der Dreiwochenfrist einen Haftungsfonds einrichten, sind Sie in voller Höhe schadenersatzpflichtig. Darüber hinaus kann man Sie wegen Vereitelung der Zwangsvollstreckung und Bankrotts strafrechtlich belangen. Im Einzelfall haften auch die GmbH-Gesellschafter, wenn sie beispielsweise Kapitalerhaltungsnormen verletzen. Und natürlich Sie als Geschäftsführer, wenn Sie Zahlungen an die Gesellschafter leisten, die eine Zahlungsunfähigkeit auslösen.

Während des Insolvenzverfahrens ändern sich Ihre Pflichten als Geschäftsführer. Geht es um das außerhalb der Insolvenzmasse bestehende Vermögen, behalten Sie Ihre bisherigen Befugnisse. In Bezug auf die Insolvenzmasse dürfen Sie aber nur tätig werden, wenn Ihnen der Insolvenzverwalter die entsprechende Weisung gibt.

 

Eine insolvente GmbH verkaufen

Ein Insolvenz Verkauf ist eine hierzulande gern praktizierte Methode, ein nicht mehr zahlungsfähiges Unternehmen abzuwickeln und dadurch den bei einer GmbH-Insolvenz für den Geschäftsführer bestehenden Haftungsrisiken zu entgehen. Möchten Sie Ihre insolvente Firma verkaufen, beachten Sie dabei aber bitte, dass Sie bei Vorliegen einer Insolvenzverschleppung GmbH der Geschäftsführerhaftung nicht entgehen: Ist Ihre GmbH schon seit längerer Zeit insolvent, konsultieren Sie am besten schnellstmöglich einen Anwalt für Insolvenzrecht und lassen sich von ihm beraten.

Anders sieht die Situation bei einer drohenden Insolvenz aus: Sie berufen eine außerordentliche Gesellschafterversammlung ein. Diese beschließt dann den Insolvenz Verkauf an eine Nachfolgegesellschaft. Als Vermittler dieses Rechtsgeschäfts treten spezielle Anbieter auf, die Sie über Internet kontaktieren können. Die Nachfolgegesellschaft liquidiert dann die finanziell angeschlagene Firma. Sie selbst müssen sich nicht mehr mit dem unangenehmen Insolvenzverfahren auseinandersetzen. Voraussetzung für das insolvente Firma Verkaufen ist:

– dass die GmbH noch nicht zur Insolvenz angemeldet ist. Dies gilt auch für mögliche Insolvenzanträge Dritter.
– dass Ihre Firma bei Sozialversicherungsträgern keine Rückstände hat.

Die vom Käufer der insolventen GmbH beauftragten Experten prüfen dann die Bilanzen. Möchten Sie Ihre insolvente GmbH verkaufen, achten Sie aber bitte darauf, dass die Liquidation von einem seriösen Anbieter durchgeführt wird. Es gibt laut Notarkammer Berlin leider auch schwarze Schafe am Markt, die für eine hohe Geldsumme illegale (Gläubiger schädigende) „Firmenbestattungen“ vornehmen. In einem solchen Fall sind Sie als Geschäftsführer weiterhin voll haftbar.

Vorteile des Prozesses: Insolvente GmbH verkaufen

Ein Insolvenz Verkauf bietet verglichen mit dem GmbH-Insolvenzverfahren viele Vorteile:

– Ihr guter Ruf als Geschäftsführer und Ihre Bonität bleiben erhalten, weil Sie keine Eidesstattliche Versicherung abgeben müssen, die namentlich in sämtlichen Schuldnerregistern vermerkt ist.
– Weil die Nachfolgegesellschaft einen eigenen Geschäftsführer bestellt, kann man Sie nicht mehr zur Befriedigung von Schadenersatzansprüchen heranziehen. Auch mögliche strafrechtliche Konsequenzen werden so vermieden.
– Die Gesellschafter tragen ebenfalls kein Haftungsrisiko.
– Als Inhaber haben Sie beim insolvente GmbH Verkaufen die Möglichkeit zu bestimmen, dass die Nachfolgegesellschaft ihren Geschäftssitz und/oder den Firmennamen ändert. Auf diese Weise ist die Transaktion hundertprozentig diskret. Sogar eine Änderung der Rechtsform ist infolge neuer EU-Regelungen möglich.

Eine andere Möglichkeit des insolvente GmbH Verkaufen ist die sogenannte übertragende Sanierung in Form eines Asset Deals. Bei dieser handelt es sich um keinen herkömmlichen Unternehmensverkauf in der Insolvenz. Er wird nach Zustimmung durch die Gläubigerversammlung und unter enormem Zeitdruck vom Insolvenzverwalter durchgeführt. Ziel ist es, die profitablen Teile Ihrer insolventen Firma zu verkaufen und den Geschäftszweck nach Trennung von den Verbindlichkeiten fortzuführen. Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet, das für die Befriedigung der Gläubiger aus der Insolvenzmasse lukrativste und sicherste Kaufangebot zu akzeptieren. Auch der Erwerber, meist ein Marktkonkurrent, hat sich an einige wichtige Besonderheiten zu halten, die den Asset Deal vom normalen Unternehmenskauf aus der Insolvenz unterscheiden. Er kauft profitable Assets aus dem Anlage- und Umlaufvermögen und überträgt sie auf eine von ihm gegründete Betriebsübernahmegesellschaft. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens wird die Insolvenz GmbH registerrechtlich gelöscht.

Sämtliche Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten werden über das Insolvenzverfahren abgewickelt und können so die Bonität des Erwerbers nicht belasten. Auch die Steuerverbindlichkeiten müssen von ihm nicht übernommen werden. Weil er mit dem Insolvenzverwalter vertraglich vereinbart, welche Vertragsverhältnisse Ihrer zahlungsunfähigen Firma er fortführen möchte, ist der Insolvenzverwalter verpflichtet, die restlichen Verträge fristlos zu kündigen. Der Erwerber kümmert sich um die Übernahme der gewünschten Verträge (Fuhrpark-Leasing, IT-Leasing, Miete) und holt sich dafür die Zustimmung des Vertragspartners ein. Mitunter sind sogar Neuabschlüsse erforderlich. Das insolvente GmbH Verkaufen ist außerdem mit der vertraglichen Verpflichtung Ihrer Mitarbeiter verbunden, den Insolvenzverwalter bei der Geschäftsabwicklung zu unterstützen.

Der Käufer erwirbt Ihre Insolvenz GmbH unter Ausschluss jeglicher Gewährleistungsansprüche in Bezug auf das Anlage- und Umlaufvermögen und auf immaterielle Vermögenswerte. Dies schlägt sich in einem für den Erwerber vorteilhafteren Kaufpreis für die Assets nieder. Er kauft bei diesem Insolvenz Verkauf einzelne Teile des Firmenvermögens oder sämtliche Vermögensgegenstände einzeln. Das sind beispielsweise Grundstücke, Beteiligungen, Maschinen, die Betriebsausstattung, Forderungen aus Lieferung und Leistung, Waren, Halbfertigerzeugnisse, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Und nicht bilanzierungsfähige Vermögensgegenstände wie Auftragsbestand und Kundenkontakte. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse gehen im Rahmen des Betriebsübergangs ebenfalls auf die neue Gesellschaft über. Übrigens: Auch die Gesellschafter Ihres insolventen Unternehmens und Sie selbst dürfen sich am Erwerb der Assets beteiligen.

Wie der Verkauf der Insolvenzmasse abläuft

 

Zur Insolvenzmasse gehören sämtliche unbeweglichen und beweglichen Vermögensteile des zahlungsunfähigen Unternehmens und Vermögenswerte, die es im Laufe des Insolvenzverfahrens erhält. Dazu zählen insbesondere:

– Grundstücke
– Immobilien
– Rechte, Patente
– Firmenfahrzeuge
– Barvermögen
– offene Forderungen
– Maschinen
– Software, Hardware

Um eine zur Insolvenzmasse gehörende Immobilie verkaufen zu dürfen, müssen Sie vom Insolvenzverwalter eine Freigabe erhalten. Diese Entscheidung erfolgt nach seinem eigenen Ermessen und erst dann, wenn Sie eine gut nachvollziehbare Erklärung für den Wunsch nach Freigabe haben. Ansonsten wird die Insolvenzmasse beispielsweise über eine Versteigerung oder Online-Auktion verkauft und der erzielte Erlös anschließend der Insolvenzmasse zugeschlagen.