#060 Firmenübernahme finanzieren – Ohne Eigenkapital den Kaufpreis stemmen

Vor- und Nachteile eine Firmenübernahme zu finanzieren:

Wenn Sie mit dieser Fragestellung konfrontiert sein sollten, dann notieren Sie Ihre Pro und Contra Argumente, wie unser Interviewgast Patrick Strasser. ERFAHRUNGSBERICHT im nächsten Abschnitt.

+ Mitarbeiter vorhanden

+ Kundenstamm vorhanden

+ Infrastruktur vorhanden

+ bestehendes Team zum Gesprächs- und Wissensaustausch

– höherer Kapitaleinsatz, um starten zu können

– Einarbeitung und Veränderungsprozesse im Betrieb ggf. schwer

Die zwei Nachteile machen die Firmenübernahme nicht einfach. Sie sind aber durchaus lösbar.

Auch wenn es auf den ersten Blick einfacher erscheint einen bestehenden Betrieb zu übernehmen, darf man den Prozess der Unternehmensnachfolge nicht unterschätzen. Der Übergabeprozess sollte fließend verlaufen, so dass der bestehende Inhaber und der potenzielle Nachfolger einander kennenlernen. Patrick Strasser startete als normaler Mitarbeiter, wurde jedoch direkt als potenzieller Nachfolger vorgestellt. Bei den Mitarbeitern stand er dadurch unter besonderer Beobachtung.

Wie Sie eine Firmenübernahme finanzieren und welche Möglichkeiten es gibt, erfahren Sie in dem nachfolgenden Interview.

Mit uns im Gespräch war Patrick Strasser, der selbst die Steuerkanzlei Wekel, Strasser und Kollegen mit 13 Mitarbeitern 2007 gekauft hat. Die Firmenübernahme zu finanzieren war nicht leicht. Aber Patrick Strasser hat einen Weg gefunden.

Erfahrungsbericht von Patrick Strasser – wie er eine Firma übernommen hat mit wenig Eigenkapital

Teaser Bild - Firmenübernahme finanzieren - Patrick Strasser

Ein Generationskonflikt zwischen Alt-Inhaber und Unternehmensnachfolger

Zwischen Alt-Inhaber und dem Nachfolger Patrick Strasser bestand mit fast 30 Jahren ein beachtlicher Generationenunterschied. Demnach hatten beide auch unterschiedliche Vorstellung zum Thema Technologie. Der Wunsch eine moderne Praxis aufbauen zu wollen, zog einen Veränderungsprozess nach sich. Dieser Prozess führte auf beiden Seiten zu heftigen Auseinandersetzungen. Beide hatten im Rahmen der Übergabe schon viel Zeit investiert, so dass sich beide über Kompromisse wieder zusammenraufen konnten.

Die fließende Übergabe, für die sich beide 1 Jahr Zeit geben wollten, vereinfachte die Finanzierung des Kaufpreises. Denn für die Bank ist es von großer Bedeutung, wenn erkennbar wird, dass der Betrieb auch mit dem neuen Inhaber weiterläuft. Aber auch für den Käufer ist es wichtig, das Risiko durch die neugewonnenen Mitarbeit besser einschätzen zu können.

Nach der Übergabe wurden dann die Rollen getauscht. Der Alt-Inhaber stand noch ein Jahr als Mitarbeiter zur Verfügung, damit auch die Kunden das Gefühl hatten, dass ihre Betreuung lückenlos fortgeführt werden kann. Die Wochenarbeitsstunden des Alt-Inhabers wurden sukzessive reduziert, damit auch für die Mitarbeiter ein weicher Übergang gewährleistet werden konnte.

Dieser sehr weiche Übergang wurde bewusst von Patrick Strasser gewählt. Im war klar, dass er mit der Finanzierung des Kaufpreises eine hohe Verschuldung auf sich nimmt. Daher war seine größte Sorge, dass Kunden oder Mitarbeiter im Prozess der Übergabe verloren gehen. Das erzielte Ergebnis, eine erfolgreiche Firmenübernahme zu finanzieren, bestätigte sein Vorgehen und seine Entscheidung einen bestehenden Betrieb übernommen zu haben.

Was der Verkäufer für den potenziellen Nachfolger erkennbar machen sollte

Wer vor der Entscheidung steht, selbst zu gründen oder ein Unternehmen zu kaufen, sollte sich bewusst machen, dass fast 90 Prozent der gegründeten Unternehmen nach 2-5 Jahren wieder schließen. Wohingegen ein Unternehmen, das seit 20 Jahren besteht, seinen Platz am Markt gefunden hat.

Wichtig dabei ist nur, dass es sich beim Kaufobjekt um ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell handelt. Besteht auch zukünftig eine Nachfrage, können viele Bereiche im Unternehmen schrittweise modernisiert werden, um auch für die nächsten 20 Jahre bestehen zu können.

Der Unternehmensverkäufer sollte dies klar zeigen können, um dem Kaufinteressenten mehr Sicherheit für seine Entscheidung geben.

Aber wie findet der Unternehmensnachfolger heraus, wie viele finanzielle Mittel zur Modernisierung nach dem Kauf übrig bleiben?

Dazu sollte der Unternehmensnachfolger sich die letzten drei bis fünf Jahresabschlüsse anschauen. Die Umsatz- und Kostenentwicklung lassen sich aus den Bilanzen ablesen und geben Aufschluss darüber, wie sich das Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt hat.

Die entscheidende Frage, die sich der Nachfolger dann stellen sollte:

Ist der Gewinn zukünftig groß genug, damit ich die aufgenommenen Kredite bedienen kann?

Dafür sollte bereits absehbar sein, wie hoch der Kaufpreis und die damit verbundene Finanzierungsbelastung ist.

Wenn diese Frage geklärt ist, ergibt sich auch ein klares Bild, in wie fern Investitionsspielraum vorhanden ist, um Modernisierungsmaßnahmen vorzunehmen. Nur so kann auch das Zukunftspotenzial der Firma gesichert werden.

Was der Verkäufer über die Finanzierungsmöglichkeiten wissen sollte

Die Kaufverhandlungen geraten bei der Finanzierung des Kaufpreises häufig ins stocken. Demnach verlangen laut IHK Nachfolgereport 2017 44 Prozent der Unternehmer einen zu hohen Kaufpreis. Hinzu kommt, dass viele potenzielle Nachfolger vor dem Kauf zurückschrecken, weil die Finanzierung des Kaufpreises zu hoch erscheint. Weiß der Verkäufer über die Finanzierungsmöglichkeiten des Nachfolgers Bescheid, erhöhen sich für ihn die Verkaufschancen.

Im ersten Schritt sollte dafür der Wert des Unternehmens zusammen mit dem Steuerberater grob geschätzt werden. Dann könnte in ersten Gesprächen mit der Hausbank geklärt werden, ob sie den Prozess der Nachfolge begleiten würden. In der Regel sind diese daran interessiert, damit die Firma als Kunde erhalten bleibt. Als nächstes sollte schon mal besprochen werden, ob die Bank bereit wäre so einen Kaufpreis zu finanzieren. Natürlich unter Berücksichtigung, dass der Käufer die notwendigen persönlichen Voraussetzungen mitbringt.

Darüber hinaus weiß die Bank meist auch über bestimmte Fördermittel zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs Bescheid. Hier kommen die KfW, die Investitionsbank Berlin Brandenburg und Bürgschaftsbanken in Frage.

Patrick Strasser – Vortrag beim Entrepreneurship Summit 2016

Firmenübernahme finanzieren mit einem Verkäuferdarlehen als Eigenkapitalersatz

Im Normalfall muss der Käufer 10 Prozent des Finanzierungsbedarfs durch Eigenkapital absichern. Da junge Absolventen oder Berufseinsteiger meist nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen, besteht die Möglichkeit die 10 Prozent des Finanzierungsbedarfs durch einen Verkäuferdarlehen aufzubringen. Das bedeutet, dass der Unternehmensverkäufer dem Käufer ein Darlehen zur Verfügung stellt. Dieses Darlehen wird bei der Bank als Eigenkapital gewertet und ermöglicht somit die Finanzierung des Kaufpreises. Innerhalb dieser Finanzierung kann dann noch ein tilgungsfreier Zeitraum von zwei Jahren vereinbart werden, in dem bereits das Verkäuferdarlehen abbezahlt wird.

Voraussetzung zur Gewährung eines Verkäuferdarlehens ist natürlich, dass der Kaufinteressent sich als fähiger und vertrauensvoller Unternehmensnachfolger qualifiziert hat.

Denn die Rückzahlung des Verkäuferdarlehens hängt natürlich davon ab, ob der Nachfolger in der Lage ist den Betrieb wirtschaftlich weiterzuführen.

Abschließend haben wir Patrick Strasser noch gefragt, woran sie erkennen können, dass ihr Steuerberater der richtige ist, wenn es um das Thema Unternehmensnachfolge geht.

  1. Fragen Sie, was er in Sachen Unternehmensnachfolge für sie tun kann. Zumindest wird er ihnen das Zahlenmaterial der Firma bereitstellen und sie in steuerlichen Themen unterstützen können.
  2. Fragen Sie ihren Steuerberater außerdem, ob er über mögliche Fördermittel-Programme zur Unternehmensnachfolge Bescheid weiß. Hier geht es um die mögliche Unterstützung für Ihren Nachfolger, damit dieser Ihnen den Kaufpreis finanzieren kann. Fördermittel sind somit ein zentrales Thema beim Unternehmensverkauf.
  3. Welche Erfahrungen haben Sie bisher in Sachen Unternehmensnachfolge gesammelt? Haben Sie da eine Vorgehensempfehlung?
  4. Was kann er Ihnen zum Thema Verkäuferdarlehen sagen?

Wenn Sie merken, dass auf diese Fragen keine fundierten Antworten zurück kommen, müssen sie für die Themenlücken einen anderen Berater finden. Sollten Sie das Gefühl haben, dass ihr Steuerberater mit diesen Themen überhaupt nicht vertraut ist, empfiehlt es sich unter Umständen einen Steuerberater heranzuziehen, der auf den Prozess des Unternehmensverkaufs spezialisiert ist.

Mit welcher Steuerlast müssen Sie beim Unternehmensverkauf rechnen?

Als Personengesellschaft oder Einzelunternehmer profitieren die Unternehmer über 55 Jahren von dem so genannten „halben Steuersatz“. Das bedeutet, dass der Gewinn aus dem Verkauf nicht anhand des individuellen Steuersatzes besteuert wird, sondern nach halben Steuersatz. Davon kann auch noch ein individueller Freibetrag abgezogen werden.

Bei einer Kapitalgesellschaft z.B. einer GmbH, handelt sich um einen Anteilsverkauf. 40 Prozent der verkauften Anteile sind steuerfrei. Die restlichen 60 Prozent werden mit dem eigenen individuellen Steuersatz besteuert.

Interview mit Prof. Dr. Kai Lucks – Was der Mittelstand von Konzernen lernen kann bei dem Thema Firmenübernahme

Teaser zur Episode Firmenübernahme mit Prof. Dr. Kai Lucks

Die Firmenübernahme im Mittelstand gehört zu den komplexesten Prozessen in der Betriebswirtschaft. Prof Dr. Kai Lucks hat sich mit dem Bundesverband für Mergers and Akquisition deswegen den Wissenstransfer vom Konzern zum Mittelstand zur Aufgabe gemacht.

Was Sie in diesem Interview erfahren werden:

  • Der Unterschied zwischen den Begriffen M&A und Unternehmensnachfolge
  • Was getan werden muss, um das Unternehmen in einen Verkaufsfähigen Zustand zu bekommen
  • Wovon der Erfolg einer Firmenübernahme abhängig ist
  • Wie der Mittelstand Zugang zum Wissen der Konzerne bekommen kann
  • Die häufigsten Fehler bei der Firmenübernahme
  • In welchen Schritten Sie die Informationen zum Verkaufsvorhaben veröffentlichen sollten -WICHTIG!
  • Warum auch ein internationaler Investor interessant sein könnte

Wodurch Unterscheiden sich die Begriffe M&A und Unternehmensnachfolge?

Die Unternehmensnachfolge umfasst hauptsächlich die Firmenübernahme im Bereich der Familie oder innerhalb der Firma durch Manager oder Meister in Handwerksbetrieben. Bei Merger and Akquisition handelt es sich eher um strategische Zukäufe von Unternehmen oder Fusionen zweier Unternehmen.

Die Überlappung von Unternehmensnachfolge und M&A ergibt sich daraus, dass zunehmend Dritte, also Außenstehende, als Käufer für das Unternehmen gefunden werden müssen. Eine Ursache dafür liegt unter anderem darin, dass die Kinder des Inhabers zunehmend andere Wege als die Unternehmensnachfolge ihrer Eltern anstreben.

Um das Unternehmen für einen Dritten verkaufsfähig zu machen, müssen im Unternehmen entsprechende verkaufsfördernde Maßnahmen getroffen werden. Unter anderem muss auch eine Due Diligence vorgenommen werden.

Was das bedeutet und warum dieser Schritt so wichtig ist, erfahren Sie im nachfolgenden Ebook.

Wovon ist der Erfolg einer Firmenübernahme abhängig?

  • Alle betriebswirtschaftlichen Zahlen müssen aufbereitet werden – ALLE
  • Die Betriebsergebnisse sind nach Möglichkeit vor der Transaktion so gut es geht zu verbessern.
  • Das Unternehmen muss vor dem Verkauf erneut wettbewerbsfähig positioniert werden.
  • Die Trennung der Betriebsangelegenheiten von den privaten Angelegenheiten (private Geldentnahmen, ein tragfähiges Gehalt für den Inhaber einrichten, das Gebäude oder sonstiges Vermögen vom privaten abtrennen) ist extrem wichtig.
  • Eine fundierte Ermittlung des Unternehmenswertes ist erforderlich. Diese sollte durch einen Profi durchgeführt werden, damit ein Marktwert ermittelt werden kann dem der Käufer Glauben schenken kann.

Wie der Mittelstand bei der Unternehmensnachfolge von Konzernen lernen kann

Der Bundesverband M&A wurde als Plattform für den Wissenstransfer von Konzernen zum Mittelstand gegründet. Denn es kommt regelmäßig vor, dass Unternehmensteile von Konzernen abgekoppelt werden müssen. Entweder werden diese dann geschlossen oder sie wurden in der Vergangenheit häufig von Japanern aufgekauft. Dabei wäre es doch eigentlich schöner, wenn der deutsche Mittelstand mit den notwendigen Kompetenzen und dem Wissen ausgestattet wird, damit dieser in der Lage ist die abgekoppelten Unternehmensteile von Konzernen zu übernehmen. Genau dafür wurden Arbeitskreise entwickelt, die den Wissenstransfer ermöglichen. (Bundesverband für Merger und Akquisition)

Verschärft die Abspaltung von Konzernteilen nicht den Mangel an potenziellen Unternehmensnachfolgern?

Dieses Problem muss man hier etwas differenzierter betrachten. Denn der Mittelstand ist ein großes Feld zwischen 20 bis 1.000 Mitarbeiter. So gesehen sind es eher die größeren Unternehmen, die die abgespalteten Konzernteile als strategischen Zukauf zu realisieren.

Der Verband kann dann dabei unterstützen die eigene Unternehmensstrategie klar zu formulieren. Denn diese befindet sich meist nur im Kopf des Unternehmers, nicht aber auf einem Strategiepapier. Ein Zukauf sollte nur dann realisiert werden, wenn dies auch zur eigenen Unternehmensstrategie passt.

Die zweite Schwachstelle im Mittelstandsbereich liegt darin, dass im Unternehmen selbst keine Kompetenzen im M&A Bereich vorliegen. Hier setzt der Verband an, um das nötige M&A Wissen zu vermitteln, damit diese strategische Zukäufe von abgespalteten Konzernteilen realisiert werden können.

Der Bundesverband für M&A – Plattform zum Austausch zwischen Unternehmern

Dabei achtet der Bundesverband für M&A stets darauf einen Themenverband zu bleiben, der sich als Netzwerk unter Gleichgesinnten, also Mittelständlern positioniert. So gibt es bei öffentlichen Veranstaltungen wie dem jährlichen Corporate M&A Kongress keine Zulassung für externe Berater. Unternehmer können sich anmelden unter: http://www.bm-a.de/de/

In den regelmäßig stattfinden Arbeitskreisen gibt es immer wieder gemischte Teams zum Austausch und lernen, über die sich der Unternehmer ein neues Netzwerk aufbauen kann. Hier gilt es insbesondere Kontakte unter den Unternehmern selbst herzustellen und das Thema M&A besser zu verstehen.

Diese Fehler bei der Firmenübernahme unbedingt vermeiden

1. Unprofessionelle Berater und Firmenmakler

Die Kontaktaufnahme zu Beratern, die umprofessionell sind. Besser ist es, vertraulich im engeren Kreis nach Empfehlungen zu professionellen Partner zu suchen. Ansonsten kann es dazu kommen, dass ein angelachter Verkauf an die Wettbewerber oder Kunden „durchsickert“, wodurch das Unternehmen nachhaltig geschädigt werden kann. So werden z.B. Schlüssel-Mitarbeiter abgeworben, weil sie zu früh vom noch umkonkreten Verkaufsvorhaben des Inhabers mitbekommen.

Die Gefahr ist deshalb so groß, weil es einen „grauen Markt“ an Firmenmaklern gibt, die die Daten des Unternehmens aufnehmen und die Informationen zum Verkauf ungezielt breit streuen, um einen Käufer anzuwerben. Somit gelangt die Information der Unternehmensnachfolge zu früh und unkontrolliert in den Markt.

Schützen kann man sich dadurch, dass man professionellen Transaktionshäusern für die Unternehmensnachfolge zusammentut. Wer hier Zweifel mit einem potenziellen Partner hat, kann sich an den Bundesverband wenden

2. Nichtspezialisierte Steuerberater und Anwälte konsultieren

Ganz besonders warnt Prof. Dr. Lucks davor den eigenen Steuerberater oder den Hausanwalt für den Prozess der Unternehmensnachfolge einzusetzen. In der Regel sind diese nicht auf diese Disziplin spezialisiert. Damit werden Themen behandelt die oftmals für den Prozess der Unternehmensnachfolge irrelevant sind. Die wichtigen versteckten Themen werden hingegen ausgelassen. Wodurch sogar zum Beispiel nach einer erfolgten Transaktion, durch alte Verträge rückwirkend Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können für die der Unternehmer haften muss. Auf die Unternehmensnachfolge spezialisierte Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Berater können diesen Prozess sehr viel schlanker und sicher durchführen.

3. Frühzeitige Herausgabe von zu vielen Informationen

Die Informationen zum Verkauf und zur eigenen Firma sollten Schritt für Schritt nach Notwendigkeit herausgegeben werden. Für die Informationsherausgabe gibt es einen klaren Prozess:

3.1 Zunächst Allgemeine Daten wie Mitarbeiterzahl, Umsatz, Wettbewerbsposition

3.2 Dann erfolgt die Prüfung des Unternehmens und die Aufbereitung dieser Informationen in Form einer professionellen Due Diligence

3.3 In der nächsten Phase werden die Verträge von einem Spezialisten vorbereitet. Dabei sollte berücksichtigt werden, auf welche Zielgruppe man sich fokussieren möchte: Verkauf an ein deutsches Unternehmen oder kommt auch ein Käufer aus China oder Amerika in Frage. Beide haben sich aus der Erfahrung von Prof. Dr. Lucks in den letzten Jahren als sehr fähige und vertrauenswürdige Investoren entwickelt.

Vor 5-10 Jahren war das Motiv der Chinesen noch schwache deutsche Mittelständler zu kaufen, den Standort in Deutschland zu schließen und nach China zu verlagern. Von dort sollte dann billig produziert werden, um den deutschen Markt zu bedienen. Das ist regelmäßig schief gelaufen. Neue Reglementierungen in China sorgen nun außerdem dafür, dass Transaktionen mit dieser Absicht nicht mehr möglich sein sollen.

Prof. Dr. Lucks rät: Wichtig ist, dass vertraglich geregelt wird, dass der Standort in Deutschland bestehen bleibt. Außerdem sollte geregelt werden, dass die Marke, der Name, das Cash und die Unternehmensstrukturen nach der Transaktion erhalten bleiben. Das Management sollte mit deutschen Mitarbeitern besetzt bleiben. Damit ist ein sicheres Fundament geschaffen, dass der Betrieb mit einem neuen Investor erfolgreich fortbestehen kann. Finanzstarke Investoren ermöglichen dann auch das Expandieren durch neue Standorte in Deutschland oder auch im Ausland.

Die Chance, die sich für den Verkäufer damit ergibt liegt darin, dass er an dem Wachstum des Unternehmens auch nach der Transaktion beteiligt werden kann. Dies kann über entsprechende Verträge ebenfalls geregelt werden.