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#061 Nachfolgeregelung – Unterstützung für Kleinbetriebe durch Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern

Das Thema Nachfolgeregelung bzw. Unternehmensnachfolge ist an sich kein neues Thema in Deutschland. Allerdings hat sich die Situation in den neuen Bundesländern ziemlich zugespitzt. Nach dem Fall der Mauer in 1989 ergaben sich aufgrund der neuen politischen Situation plötzlich ganz neue unternehmerische Möglichkeiten.

So entstanden die vielen Neugründungen nicht nur aus einer unternehmerischen Motivation heraus, sondern auch zur Sicherung der eigenen Existenz. Aus der Zeit dieses „Gründungs-Booms“ kommen nun viele Unternehmer erstmalig in die Situation, sich um ihre Nachfolgeregelung zu kümmern.

Der damalige „Gründungs-Boom“ hat sich heute zu einem „Unternehmensnachfolge-Boom“ in den neuen Bundesländern entwickelt. Der derzeitige Mangel an Unternehmensnachfolgern und die zunehmende Digitalisierung stellt die Unternehmer vor große Herausforderungen. Daher ist die Nachfolgeregelung in den letzten Jahren zurecht mehr und mehr in den Fokus gerückt.

Aus diesem Grund hat die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit den IHKs und HWKs eine Initiative zur Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge ins Leben gerufen. Was sich genau dahinter verbirgt und welches Leistungsspektrum Unternehmer kostenlos in Anspruch nehmen können, haben wir mit Knut Jahnke von der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern besprochen.

Nachfolgeregelung bundesweit eine große Herausforderung

Deutschlandweit steuern wir auf eine verschärfte Dramatik in Sachen Nachfolgeregelung zu. Denn es ist festzustellen, dass junge Leute aufgrund der großartigen Jobmöglichkeiten zunehmend weniger gründen bzw. ein Geschäft übernehmen möchten. Bundesweit ergibt sich aus dieser Problematik ein Verhältnis von drei zu eins. Das bedeutet, dass im Schnitt drei zu verkaufende Unternehmen um einen potenziellen Käufer ringen müssen. Was gleichzeitig die Anforderungen an eine gut vorbereitete Unternehmensnachfolge theoretisch massiv erhöht. Theoretisch deswegen, weil nicht jedes Unternehmen übergabefähig ist.

Für den Nachfolger erschwert diese Situation die Suche nach einem verkaufsfähigen Unternehmen. Gleichzeitig birgt es die Chance für Unternehmer, sich durch eine gut vorbereitete Unternehmensnachfolge einfacher von anderen Kaufobjekten abzugrenzen.

Laut Knut Jahnke erhöhen sich die Verkaufschancen massiv, wenn ein Unternehmen ausreichend Erträge erzielt und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell ersichtlich ist.

Nach aktuellen Schätzungen der Bürgschaftsbank Mecklenburg Vorpommern und der IHK, sind nur 40% aller Unternehmen übergabefähig bzw. übergaberelevant. Wenn Sie wissen möchten, wie übergabefähig ihr Unternehmen derzeit ist, machen Sie den Selbsttest hier.

Sind Unternehmen nicht übergabefähig, bleibt meist nur der Schritt zur Liquidierung. Dies hat zur Folge, dass einige Mitarbeiter zwar in andere Betriebe wechseln können. Allerdings werden auch Arbeitsplätze in einem nicht zu unterschätzenden Maße wegfallen, wenn die Nachfolgeregelung in Unternehmen nicht erfolgreich gelöst wird. Dies stellt ein ein gesamtgesellschaftliches Problem dar, so Jahnke.

Aus diesem Grund hat die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern die Initiative „Projekt Unternehmensnachfolge in Mecklenburg-Vorpommern“ ins Leben gerufen. Hier haben sich das Land Mecklenburg-Vorpommern, die IHK, HWK und die Bürgschaftsbank des Landes zusammengeschlossen.

Bei der Unterstützung zur Nachfolgeregelung stehen kleine Betriebe im Fokus

Das Ziel ist, besonders auch kleineren Betrieben einen Zugang zur Bewältigung der Unternehmensnachfolge zu geben. Denn die kleinen Betriebe haben bei der Masse an Unternehmensnachfolgen für private Beratungsunternehmen eine geringere Relevanz. Die Initiative ist zugänglich für alle Unternehmensgrößen aus allen Branchen und Regionen des Landes.

Das Leistungsspektrum für Ihre Unternehmensnachfolge bei der Bürgschaftsbank M-V:

  • Info-Veranstaltungen zur allgemeinen Aufklärung
  • Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage
  • Unterstützung in der Koordination der Unternehmensnachfolge
  • Vermittlung von Spezialisten

Mehr Informationen zur Nachfolgeregelung der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:

Knut Jahnke empfiehlt den Prozess der Unternehmensnachfolge spätestens mit 55 Jahren einzuleiten. Kurzfristige Erfolge gleichen hier einem 6er im Lotto.

Im schlimmsten Fall bleibt dann nur noch die Veräußerung des Anlagevermögens. Aus Beispielen aus der Praxis kann Herr Jahnke berichten, dass bei einigen Unternehmern, die das Alter von 55 Jahre weit überschritten haben und zusätzlich gesundheitlichen Problemen ausgesetzt sind, keinen Notfallplan zur Hand haben. So bestehen keine Vorkehrungen im Bezug auf die Altersvorsorge oder das betriebliche Erbe.

Nachfolgeregelung wird meist zu spät gestartet

Das die Unternehmensnachfolge erst spät gestartet wird, liegt meist daran, dass der Inhaber zu sehr im Tagesgeschäft involviert ist. Es bleibt also wenig Zeit, sich mit dem komplexen Thema auseinander zu setzen. Für dieses Problem hat das Unternehmer Radio den kostenlosen Videokurs „Zeitgewinnen für Unternehmer“ entwickelt. Hier geht es zum Kurs.

Hinzukommt, dass die Unterlassung der Nachfolgeplanung zunächst keinen spürbaren Effekt hat. Der Leidensdruck bleibt lange Zeit zu gering als das ein direkter Handlungsbedarf entsteht. Das Projekt Unternehmensnachfolge wird dadurch nicht selten „aufgeschoben“.

Die Konsequenzen wenn die Nachfolgeregelung zu spät angegangen wird:

  1. Einen passenden Nachfolger zu finden, da zu wenige potenzielle Nachfolger zur Verfügung stehen.
  2. Die Wünsche der Nachfolger in Bezug auf Größe, Branche und Lage des Unternehmens. Denn auch das regionale Umfeld muss passen. Ländliche Gegenden haben es hier meist noch schwerer als Ballungszentren.
  3. Zu wenig Eigenkapital zur Finanzierung des Kaufpreises.

Tipp für Unternehmer von Knut Jahnke:

  1. Sprechen Sie das Thema Unternehmensnachfolge zunächst in der Familie an, um einfach mal die ersten Gedanken in Gang zu setzen.
  2. Fangen Sie frühzeitig an. Denn je später gestartet wird, desto unwahrscheinlicher wird der Ausblick auf Erfolg.

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