#006: Nachfolge Lexikon – Der Nachfolgeprozess

Wer die Unternehmensnachfolge frühzeitig planen möchte, sollte sich mit den einzelnen Phasen des Nachfolgeprozesses vertraut machen. Denn die Vorbereitung des Betriebes, die Suche nach einem geeigneten Nachfolger und die tatsächliche Transaktionsphase können unter Umständen zeitintensiv werden.

Der Nachfolgeprozess

Die Nachfolge für eine Firma zu gestalten ist in den meisten Fällen ein recht komplexes Projekt. Zur besseren Übersicht kann man das Projekt in drei Phasen einteilen, nämlich die Vorbereitung, dann die eigentliche Durchführung und die Zeit nach der Übergabe.

Was passiert in der 1. Phase, der Vorbereitung?

In der Vorbereitungsphase werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Nachfolge und – bei einem Verkauf – die Erzielung eines möglichst hohen Kaufpreises gelegt. Für kleinere Unternehmen steht hier die Aufgabe im Zentrum, die Firma übergabefähig zu machen. D.h. meistens, dass daran gearbeitet werden muss, dass die Firma auch längere Zeit ohne den Chef läuft. So kann z.B. ein/e Mitarbeiter/in gezielt aufgebaut werden. Eine andere wichtige Möglichkeit heute ist die schrittweise Digitalisierung der Marketingmaßnahmen.Bei familieninternen Nachfolgen sollte zudem die 10-Jahres-Regelung der Erbschaft- und Schenkungsteuer beachtet werden.

Wie läuft die 2. Phase, die eigentliche Übertragung ab?

In der Durchführungsphase wird der/die Nachfolger/in gesucht und (hoffentlich) gefunden, es wird verhandelt und der Vertrag geschlossen. Dabei werden verschiedene Unterlagen wie ein Exposé, eine Unternehmensbewertung, Verschwiegenheitsvereinbarungen und Absichtserklärungen erstellt. Am Ende dieser Phase steht die rechtliche Übertragung der Anteile und die Übergabe der Leitung.

Was passiert in der 3. Phase nach der Übertragung?

Die Zeit nach der Übergabe kann für den Unternehmer durch eine Begleitung des Nachfolgers oder neue Aufgaben gekennzeichnet sein, während der/die Übernehmer/in nun die Nachfolge umsetzen muss.

Wann soll man mit dem Nachfolgeprozess beginnen?

Je mehr Zeit man sich für die Vorbereitung der Nachfolge nimmt, desto mehr kann man auch erreichen. Bei einem Beginn 3-5 Jahre vor der Durchführungsphase kann schon einiges bewegt werden. Die Durchführungsphase dauert häufig zwischen 6 und 24 Monaten, eine ungenügende Vorbereitung kann die Suche allerdings ganz erheblich verlängern. Die Zeit nach der Übergabe ist letztendlich nicht begrenzt, häufig werden hier aber auch 2 Jahre als eigentlicher Zeitraum einer Übergangsphase wahrgenommen.

Wie könnte das also im Beispiel aussehen?

Wenn man jetzt, also Anfang 2017 gezielt mit der Vorbereitung seiner Nachfolge beginnt, könnte die Durchführungsphase, also bspw. Die Suche nach einem passenden Käufer, 2020 beginnen und der Verkauf zum 01.01.2021 stattfinden. Danach könnte sich noch eine Begleitung des Übernehmers für 1 Jahr anschließen, das Projekt Nachfolge wäre dann im Dezember 2021 für den Übergeber beendet.

In dieser Episode gehen wir auf diese Fragen ein, damit Sie einen ersten Überblick zu den einzelnen Phasen im Nachfolgeprozess bekommen.

In den nächsten Lexikon-Episoden werden die einzelnen Phasen dann etwas tiefer durchleuchtet.